Besinnliche Weihnachtsgedichte

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Dann sind es bald schon zwei, drei und vier und es ist Dir noch gar nicht - nicht ein klein bisschen - weihnachtlich zumute? Hier findest Du besinnliche Gedichte, um zur Ruhe zu kommen, innezuhalten, vielleicht ein wenig nachzudenken oder gar zu schmunzeln. VertrÀumtes, Bewegendes und vor allem immer Weihnachtliches ist in unseren Gedichten verborgen.

Was wĂ€re Weihnachten ohne den lieblich, reimenden Klang von einem besinnlichen Weihnachtsgedicht? Ganz sicher um einen Brauch Ă€rmer! Doch wann wirken solche Gedichte am besten? Zum Beispiel wenn es draußen nicht weiß werden mag, das graue Schmuddelwetter beklommen macht und der Einkaufsstress einfach nur nervt. Dann entfliehe dem Hier und Jetzt und tauche ab in die KlĂ€nge gedankenvoller Gedichte. Das gespannte Warten auf den Weihnachtsmann, das verheißungsvolle Klingen der Glocken, das Rascheln des Geschenkpapiers, die Freude ĂŒber ein lang ersehntes Geschenk - vor allem natĂŒrlich ĂŒber das grĂ¶ĂŸte Geschenk: ein Kind wird geboren, Gott wird Mensch. So alt bekannt die Tradition rund um das Fest der Liebe auch ist, die meisten Menschen freuen sich Jahr fĂŒr Jahr auf's Neue darauf.
Lassen wir uns in eine poetische Weihnachtswelt entfĂŒhren, in der Euch zahlreiche besinnliche Weihnachtsgedichte von bekannten und weniger bekannten Dichtern erwarten, die Euch mit ihren Versen in den weihnachtlichen Bann ziehen wollen.

Heilige Nacht
So ward der Herr Jesus geboren
Im Stall bei der kalten Nacht.
Die Armen, die haben gefroren,
Den Reichen war’s warm gemacht.

Sein Vater ist Schreiner gewesen,
Die Mutter war eine Magd.
Sie haben kein Geld nicht besessen,
Sie haben sich wohl geplagt.

Kein Wirt hat ins Haus sie genommen;
Sie waren von Herzen froh,
Dass sie noch in Stall sind gekommen.
Sie legten das Kind auf Stroh.

Die Engel, die haben gesungen,
Dass wohl ein Wunder geschehn.
Da kamen die Hirten gesprungen
Und haben es angesehn.

Die Hirten, die will es erbarmen,
Wie elend das Kindlein sei.
Es ist eine G’schicht’ fĂŒr die Armen,
Kein Reicher war nicht dabei.

Autor: Ludwig Thoma

Weihnachten
Die eisige Straße mit Schienengeleisen,
Die HĂ€usermasse in steinernen Reih’n,
Der Schnee in Haufen, geisterweißen,
Und der Tag, der blasse, mit kurzem Schein.

Der KirchtĂŒre FlĂŒgel sich stumm bewegen,
Die Menschen wie Schatten zur TĂŒrspalte gehn;
Bekreuzen die Brust, kaum dass sie sich regen,
Als grĂŒĂŸen sie jemand, den sie nur sehn.

Ein Kindlein aus Wachs, auf Moos und Watten,
Umgeben von Mutter und Hirten und Stall,
Umgeben vom Kommen und Gehen der Schatten,
Liegt da wie im Mittelpunkte des All.

Und Puppen als Könige, aus goldnen Papieren,
Und Mohren bei Palmen, aus Federn gedreht,
Sie kamen auf kleinen und hölzernen Tieren,
Knien tausend und tausend Jahr im Gebet.

Sie neigen sich vor den brennenden Kerzen;
Als ob im Arm jedem ein Kindlein schlief,
Siehst du sie atmen mit behutsamen Herzen
Und lauschen, ob das Kind sie beim Namen rief.

Autor: Max Dauthendey

BlĂŒh' und leuchte, goldner Baum
BlĂŒh denn, leuchte, goldner Baum,
Erdentraum und Himmelstraum;
blĂŒh und leuchte in Ewigkeit
durch die arme Zeitlichkeit!

Sei uns Bild und sei uns Schein,
dass wir sollen fröhlich sein,
fröhlich durch den sĂŒĂŸen Christ,
der des Lebens Leuchte ist.

Sei uns Bild und sei uns Schein,
dass wir sollen tapfer sein
auf des Lebens Pilgerbahn,
kÀmpfend gegen Lug und Wahn.

Sei uns Bild und sei uns Schein,
dass wir sollen heilig sein,
rein wie Licht und himmelsklar,
wie das Kindlein Jesus war!

Autor: Ernst Moritz Arndt

Vom Schenken
Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gabe wiegen,
sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
dass dein Geschenk –
Du selber bist.

Autor: Joachim Ringelnatz

Christbaum
Wie schön geschmĂŒckt der festliche Raum!
Die Lichter funkeln am Weihnachtsbaum!
O fröhliche Zeit! O seliger Traum!

Die Mutter sitzt in der Kinder Kreis;
nun schweiget alles auf ihr Geheiß:
sie singet des Christkinds Lob und Preis.

Und rings, vom Weihnachtsbaum erhellt,
ist schön in Bildern aufgestellt
des heiligen Buches Palmenwelt.

Die Kinder schauen der Bilder Pracht,
und haben wohl des Singen acht,
das tönt so sĂŒĂŸ in der Weihenacht!

O glĂŒcklicher Kreis im festlichen Raum!
O goldne Lichter am Weihnachtsbaum!
O fröhliche Zeit! O seliger Traum!

Autor: Peter Cornelius

Weihnachtslied
Nun bricht die heil'ge Nacht herein
Mit Glockenklang und Kerzenschein,
Und jedem grĂŒnen Tannenbaum
Entstrahlt ein lichter MĂ€rchentraum.

Wie ziehst du still in meine Brust,
O wundersel'ge Weihnachtslust!
Vor meinen Blicken wird es weit –
Und lÀchelnd winkt die Jugendzeit.

Sie naht mit leisem Feentritt, –
Ach, alle Wonnen bringt sie mit;
Des Lebens Sorge, Gram und Weh'
Versank in des Vergessens See.

O lÀutet, Glocken, lÀutet hell!
Verlöscht! ihr Kerzen, nicht zu schnell!
Im Osten blinkt der Morgenstern:
Sei mir gegrĂŒĂŸt, du Tag des Herrn!

Autor: Friedrich Dannemann

Weihnachten
Weißer Flöckchen Schwebefall,
Stille Klarheit ĂŒberall,
Glockenklang und Schellenklingen,
MĂ€ulchen, die vom Christkind singen,
Flammen, die von grĂŒnen Zweigen
GlÀubig, strahlend aufwÀrts steigen,
Und im tiefsten Herzen drinnen
Ein Erinnern, ein Besinnen 


Neige dich, mein Herz, und bete,
Daß das Christkind zu dir trete,
Auch in deiner Schwachheit GrĂŒnden
Eine Flamme zu entzĂŒnden,
Die das Ringen Deiner Tage
GlÀubig strahlend aufwÀrts trage.

Autor: Anna Ritter

Weihnachtswunder
Durch den Flockenfall
klingt sĂŒĂŸer Glockenschall,
ist in der Winternacht
ein sĂŒĂŸer Mund erwacht.

Herz, was zitterst du
den sĂŒĂŸen Glocken zu?
Was rĂŒhrt den tiefen Grund
dir auf der sĂŒĂŸe Mund?

Was verloren war,
du meintest, immerdar,
das kehrt nun all zurĂŒck,
ein selig KinderglĂŒck.

O du Nacht des Herrn
mit deinem Liebesstern,
aus deinem reinen Schoß
ringt sich ein Wunder los.

Autor: Gustav Falke

Weihnacht, wunderbares Land
Weihnacht, wunderbares Land,
Wo die grĂŒnen Tannen,
Sternenflimmernd rings entbrannt,
Jeden Pilger bannen!

GlĂŒcklich kindlicher Gesang
Schwebt um heilige HĂŒgel,
Schwebt der Heimat Welt entlang,
Sehnsucht seine FlĂŒgel.

Friedestarken Geistes Macht
Sehnt sich, zu verbĂŒnden,
Über aller Niedertracht
Muß ein Licht sich zĂŒnden.

Lebens immergrĂŒner Baum
TrĂ€gt der Liebe Krone –
Und ein milder Sternentraum
KĂŒĂŸt die starrste Zone.

Autor: Karl Friedrich Henckell

Weihnachten
Leise weht's durch alle Lande
wie ein Gruß vom Sternenzelt,
schlinget neue Liebesbande
um die ganze weite Welt.

Jedes Herz mit starkem Triebe
ist zu Opfern froh bereit,
denn es naht das Fest der Liebe,
denn es naht die Weihnachtszeit.

Und schon hat mit tausend Sternen
sich des Himmels Glanz entfacht,
leise tönt aus Himmelsfernen
Weihgesang der heil'gen Nacht.

Hell aus jedem Fenster strahlet
wundersam des Christbaums Licht,
und der Freude Schimmer malet
sich auf jedem Angesicht.

Lichte Himmelsboten schweben
ungeseh'n von Haus zu Haus;
selig Nehmen, selig Geben
geht von ihrer Mitte aus.

O willkommen, Weihnachtsabend,
allen Menschen, groß und klein!
Friedebringend, froh und labend
mögst du allen Herzen sein!

Autor: Adelheid Humperdinck-Wette

ChristbaumnĂŒsse
Kehrt der Weihnachtsabend wieder,
Friedvoll und verheißungshold,
SchmĂŒckt man viele tauben NĂŒsse
Festlich mit dem Flittergold.

Und die goldnen NĂŒsse leuchten
Herrlich in dem Lichtermeer,
Wundersame MĂ€rchenfrĂŒchte –
Innen aber sind sie leer.

Und wie reich die schönen schimmern
So von außen, so von fern,
Höher wÀren sie zu schÀtzen,
BĂ€rgen sie den sĂŒĂŸen Kern:

Dienten sie nicht blos den TrÀumen
Eine Stunde oder zwei,
GĂ€ben sie auch brav zu zehren,
Wenn das Friedensfest vorbei.

Autor: Hanns Freiherr von Gumppenberg

PlÀtzchenduft zieht durch das Haus
PlÀtzchenduft zieht durch das Haus,
versperrt sind manche SchrÀnke.
es weihnachtet, man kennt sich aus
und wohlsortiert sind die Geschenke.

Man freut sich auf das Kinderlachen
und auf ein paar Tage - ruhig und still,
andern `mal eine Freude machen,
das ist es, was man will.

Weihnachtskarten trudeln ein
von allen Ecken und Kanten,
die meisten sind, so soll es sein,
von den Lieben und Verwandten.

Autor: unbekannt

Nun kommt das Christkind aber bald
Nun kommt das Christkind aber bald.
Wir holen Tannen aus dem Wald,
FĂŒr einen Kranz so rund und fein,
Darauf brennen vier rote Kerzelein.

Heute zĂŒnden wir die erste an,
Am Sonntag ist die zweite dran,
Bei der dritten da leuchtet schon das ganze Gesicht,
Weil es ĂŒberall nach Weihnachten riecht.

Und wenn die vierte angemacht,
Dann lÀuten die Glocken zur heiligen Nacht.
Sie lÀuten von nah, sie lÀuten von fern,
Freut euch Ihr Menschen, es Weihnachtet sehr.

Autor: unbekannt

Weihnachtsfreude
Der Winter ist gekommen
Und hat hinweg genommen
Der Erde grĂŒnes Kleid.

Schnee liegt auf BlĂŒtenkeimen,
Kein Blatt ist an den BĂ€umen,
Erstarrt die FlĂŒsse weit und breit.

Da schallen plötzlich KlÀnge
Und frohe FestgesÀnge
Hell durch die Winternacht.

In HĂŒtten und PalĂ€sten
Ist rings in grĂŒnen Ästen
Ein bunter FrĂŒhling aufgewacht.

Wie gern doch seh ich glÀnzen
Mit all den reichen KrÀnzen
Den grĂŒnen Weihnachtsbaum;

Dazu der Kindlein Mienen,
Von Licht und Lust beschienen;
Wohl schön're Freude gibt es kaum!

Autor: Robert Reinick

Weihnachtszeit
Seit Jahren hat's nicht so geschneit!
Das rieselt, rinnt und hÀuft sich an,
dass man im Lande weit und breit
nicht Weg noch Steg erkennen kann.

Die Stadt sieht wie ein MĂ€rchen aus:
hat jedes HĂ€uschen, jedes Haus
ein MĂŒtzchen auf aus weißem Schnee,
das blinkt und blitzt im Sonnenschein,
als wÀr's von lauter Edelstein.

Und drinnen gibt's verschloss'ne TĂŒren.
Ein Zimmer, das das ganze Jahr
genau wie and're Zimmer war,
bekommt ein feierlich Gesicht:
Oft ist's zur DĂ€mmerung, als glitten
verstohl'ne Schritte hin und her,
man sieht ein heimlich huschend Licht,
als ob das Christkind drinnen wÀr'!

Verschwieg'ne PĂ€ckchen kommen an,
die rascheln gar so wunderlich,
wenn kleine Finger daran rĂŒhren.
Doch Mutter wehrt auf alle Bitten:
"Nicht fragend! 's ist vom Weihnachtsmann!"

Ein unbestimmter Kuchenduft
liegt wunderlich in der Luft!
Die Kinder schnuppern leis herum
und schau'n sich an und lachen stumm
und drĂŒcken sich am SchlĂŒsselloch
die NĂ€schen platt.

O sel'ge Zeit,
wenn Liebe sich im stillen mĂŒht
und nicht genug zu tun weiß,
wenn mitten unter Schnee und Eis
die Blume des Erbarmens blĂŒht,
wenn jubelnd sich die Glocken schwingen
und jedem, der es hören will,
die sĂŒĂŸe Weihnachtsbotschaft bringen:
"Das Christkind kommt, seid froh und still!"

Autor: Anna Ritter

Weihnachten
Ein BĂ€umlein grĂŒnt im tiefen Tann,
Das kaum das Aug erspÀhen kann,
Dort wohnt es in der Wildnis Schoß
Und wird gar heimlich schmuck und groß.

Der JĂ€ger achtet nicht darauf,
Das Reh springt ihm vorbei im Lauf;
Die Sterne nur, die alles sehn,
Erschauen auch das BÀumlein schön.

Da mitten in des Winters Graus,
ErglÀnzt es fromm im Elternhaus,
Wer hat es hin mit einem Mal
Getragen ĂŒber Berg und Tal?

Das hat der heilge Christ getan.
Sieh dir nur recht das BĂ€umlein an!
Der unsichtbar heut eingekehrt,
Hat manches Liebe dir beschert.

Autor: Martin Greif

Die Weihnachtsglocken
Wie tönen heut' die Weihnachtsglocken
Viel voller ĂŒbers weiße Land,
So voll und weit, als gÀb's kein Stocken
An irgend einer Felsenwand.

Als wÀr' die ganze weite Erde
Ein unbegrenztes, großes Meer –
Und drĂŒber brauste neu ein „Werde“
Mit welterlösenden Lauten her.

Ein Liebeston lebt in den KlÀngen,
Den nur das Kinderohr versteht,
Ein Ton aus himmlischen GesÀngen,
Wie Er die Welt einmal umweht

Im ganzen Jahr, – ein Engelreigen,
Wie er um Gottes Thron erklingt.
Erwach', o Welt, dich neu zu neigen
Dem Heiland, der den Frieden bringt!

Autor: Karl Ernst Knodt

Weihnacht!
Wie am Baum die Lichter prangen -
schöner war das Christfest nie!
Heiß erglĂŒh'n der Kinder Wangen,
und ihr Mund singt unbewusst
mitten in der Weihnachtslust
eine sĂŒĂŸe Melodie,
wie sie schon der Ahn gesungen,
als er selbst im Lockenhaar
um den Lichterbaum gesprungen.

Leise schwindet Jahr fĂŒr Jahr ...
Schaukelpferd und Hampelmann
wandelt die Zerstörung an,
und das Bilderbuch, das heute
euer Kinderherz erfreute,
wird dereinst zerrissen sein.
Aus der Schar der kleinen Leute
werden MĂ€nner, werden Frauen,
die ihr eignes Nestchen bauen.

Gestern wird, was heute war,
aber bleiben immerdar
wird der Christnacht heller Schein,
wird der Klang der Weihnachtsglocken,
Kinderjubel und Frohlocken!

Autor: Anna Ritter

In der Christnacht
Oh Winterwaldnacht, stumm und hehr
mit deinen eisumglÀnzten Zweigen,
lautlos und pfadlos, schneelastschwer,
wie ist es groß, dein stolzes Schweigen.

Es blickt der Vollmond klar und kalt,
in tausend funkelharte Ketten
sind festgeschmiedet Berg und Wald,
nichts kann von diesem Bann erretten.

Der Vogel fÀllt, der Wind bricht ein,
der Quell versiegt, die Fichten beben,
so kĂ€mpft den großen Kampf ums Sein
ein tausendfaches, banges Leben.

Nur in den Dörfern traut und sacht
da lÀuten heut' zur Welt hienieden
die Weihnachtsglocken durch die Nacht
das Wunderlied vom ewigen Frieden.

Autor: Karl Stieler

Weihnacht
Ein Augenblick im Meer der Zeiten,
In dem die stillen Stimmen tönen,
Die sonst der Tag verdeckt mit seinem lauten schrei'n
Der Augenblick, indem die Kerzen brennen,
Die heiligen Kerzen, die der Liebe leuchten,
Da jedes Herz es ahnt was Friede sei. -

In dieser Stille zwischen heut und morgen,
In dieser Handvoll weniger Minuten,
Besinnt der Mensch sich auf sein tiefstes GlĂŒck
Lauscht auf die leise Melodie der Liebe -
Und geht dann neu zu seinem Tag zurĂŒck.

Autor: Elisabeth Dauthendey

Am Heiligen Abend
Der Tag verschließt
die reiche Farbenquelle
und DĂ€mmerung macht dem Heiligen Abend Raum.
Ein milder Streif
aus rosenroter Helle
fasst fern die Berge ein
in purpur Saum.
Die Nacht,
sie breitet ihren weichen Schleier
rings um die Erd,
wie um ein schlafend Kind.
Und wie ein Priester geht
zu hoher Tempelfeier
so schreitet still der Mond
durch Nacht und Wind.
Auf Erden auch
da glĂŒhen tausend Herzen
und bunte Lichter brennen ĂŒberall.
Und Liebe strömet aus den offenen Herzen,
vergessen ist des Lebens Kampf und Qual.
Vergessen sind die TrÀnen grauer Stunden,
vergessen Krankheit, Sorge bittere Not.
Das Kind des Himmels
hat den Weg zu uns gefunden
und mit ihm kam
das neue Morgenrot.
Geh nie von uns
und mach uns stark fĂŒr alles.
FĂŒr alles,
ob in Krankheit, Leid und Schmerz.
Mög uns das Kind des Himmels
Frieden schenken
und trösten
manch gequÀltes Menschenherz.

Autor: Moritz Gottlieb Saphir

Weihnachten
Rings erstorben die Natur -
Weiß bekleidet Wald und Flur -
Kalte, rauhe Winde wehn
Nieder von den Waldes Höhn.
Doch welch Jubel weit und breit!
"Allen Menschen Fried und Freud"
KĂŒndet Weihnachtskerzenduft
Durch die kalte Winterluft.

Weihnachtszeit! O welche Macht
Birgt doch deine Zauberpracht!
Ewig neu und ewig alt
Deine Botschaft widerhallt.
O wie schafft der Weihnachtsbaum
Seligkeit im kleinsten Raum!
O wie klingt aus jedem Haus
Weihnachtsjubel froh heraus!
Schwinge dich, mein Geist, zurĂŒck
Zu der Kindheit sĂŒĂŸem GlĂŒck,
Wo dich unterm Tannenbaum
Froh erfĂŒllt der Weihnachtstraum
Und des Himmels goldner Schein
Strahle dir im Herzen rein!
Denke, Seele, still zurĂŒck!
TrĂ€um von sel`gem WeihnachtsglĂŒck!

Autor: Karl Friedrich Mezger

Weihnacht
Zeit der Weihnacht, immer wieder
rĂŒhrst Du an mein altes Herz,
fĂŒhrst es fromm zurĂŒck
in sein frĂŒh'stes GlĂŒck,
kinderheimatwÀrts.

Sterne leuchten ĂŒber StĂ€dte,
ĂŒber Dörfer rings im Land.
Heilig still und weiß
liegt die Welt im Kreis
unter Gottes Hand.

Kinder singen vor den TĂŒren:
»Stille Nacht, heilige Nacht!«
Durch die Scheiben bricht
hell ein Strom von Licht,
aller Glanz erwacht.

Und von Turm zu Turm ein GrĂŒĂŸen,
und von Herz zu Herz ein Sinn,
und die Liebe hÀlt
aller Welt
ihre beiden HĂ€nde hin.

Autor: Gustav Falke

Ein TĂ€nnlein aus dem Walde
Ein TĂ€nnlein aus dem Walde,
und sei es noch so klein,
mit seinen grĂŒnen Zweigen
soll unsre Freude sein!

Es stand in Schnee und Eise
in klarer Wintersluft;
nun bringt’s in unsre Stuben
den frischen Waldesduft.

Wir wollen schön es schmĂŒcken
mit Stern und Flittergold,
mit Äpfeln und mit NĂŒssen
und Lichtlein wunderhold.

Und sinkt die Weihnacht nieder,
dann gibt es lichten Schein,
das leuchtet Alt und Jungen
ins Herz hinein.

Autor: Albert Sergel

Hinweis:

Unsere Gedichte-Sammlung wird durch unsere fleißigen Besucher in der Weihnachtszeit stets erweitert. Mach auch Du mit und trage besinnliche Weihnachtsgedichte ein, die auf unserer Seite bisher nicht zu finden sind. Gedicht eintragen

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