Besinnliche Weihnachtsgedichte
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Dann sind es bald schon zwei, drei und vier und es ist Dir noch gar nicht - nicht ein klein bisschen - weihnachtlich zumute? Hier findest Du besinnliche Gedichte, um zur Ruhe zu kommen, innezuhalten, vielleicht ein wenig nachzudenken oder gar zu schmunzeln. Verträumtes, Bewegendes und vor allem immer Weihnachtliches ist in unseren Gedichten verborgen.
Was wäre Weihnachten ohne den lieblich, reimenden Klang von einem besinnlichen Weihnachtsgedicht? Ganz sicher um einen Brauch ärmer! Doch wann wirken solche Gedichte am besten? Zum Beispiel wenn es draußen nicht weiß werden mag, das graue Schmuddelwetter beklommen macht und der Einkaufsstress einfach nur nervt. Dann entfliehe dem Hier und Jetzt und tauche ab in die Klänge gedankenvoller Gedichte. Das gespannte Warten auf den Weihnachtsmann, das verheißungsvolle Klingen der Glocken, das Rascheln des Geschenkpapiers, die Freude über ein lang ersehntes Geschenk - vor allem natürlich über das größte Geschenk: ein Kind wird geboren, Gott wird Mensch. So alt bekannt die Tradition rund um das Fest der Liebe auch ist, die meisten Menschen freuen sich Jahr für Jahr auf's Neue darauf.
Lassen wir uns in eine poetische Weihnachtswelt entführen, in der Euch zahlreiche besinnliche Weihnachtsgedichte von bekannten und weniger bekannten Dichtern erwarten, die Euch mit ihren Versen in den weihnachtlichen Bann ziehen wollen.
Inhaltsverzeichnis
- Besinnliche Weihnachtsgedichte
- Was macht ein Weihnachtsgedicht besinnlich?
- Die Wirkung besinnlicher Gedichte in der Weihnachtstradition
- Wie und wann besinnliche Weihnachtsgedichte verwenden?
- Tipps zum stimmungsvollen Vortragen
- Eigene besinnliche Weihnachtsgedichte schreiben
- Der Unterschied: Besinnlich, lustig oder klassisch?

Besinnliche Weihnachtsgedichte
Heilige Nacht
So ward der Herr Jesus geborenAutor: Ludwig Thoma
Im Stall bei der kalten Nacht.
Die Armen, die haben gefroren,
Den Reichen war’s warm gemacht.
Sein Vater ist Schreiner gewesen,
Die Mutter war eine Magd.
Sie haben kein Geld nicht besessen,
Sie haben sich wohl geplagt.
Kein Wirt hat ins Haus sie genommen;
Sie waren von Herzen froh,
Dass sie noch in Stall sind gekommen.
Sie legten das Kind auf Stroh.
Die Engel, die haben gesungen,
Dass wohl ein Wunder geschehn.
Da kamen die Hirten gesprungen
Und haben es angesehn.
Die Hirten, die will es erbarmen,
Wie elend das Kindlein sei.
Es ist eine G’schicht’ für die Armen,
Kein Reicher war nicht dabei.
Weihnachten
Die eisige Straße mit Schienengeleisen,Autor: Max Dauthendey
Die Häusermasse in steinernen Reih’n,
Der Schnee in Haufen, geisterweißen,
Und der Tag, der blasse, mit kurzem Schein.
Der Kirchtüre Flügel sich stumm bewegen,
Die Menschen wie Schatten zur Türspalte gehn;
Bekreuzen die Brust, kaum dass sie sich regen,
Als grüßen sie jemand, den sie nur sehn.
Ein Kindlein aus Wachs, auf Moos und Watten,
Umgeben von Mutter und Hirten und Stall,
Umgeben vom Kommen und Gehen der Schatten,
Liegt da wie im Mittelpunkte des All.
Und Puppen als Könige, aus goldnen Papieren,
Und Mohren bei Palmen, aus Federn gedreht,
Sie kamen auf kleinen und hölzernen Tieren,
Knien tausend und tausend Jahr im Gebet.
Sie neigen sich vor den brennenden Kerzen;
Als ob im Arm jedem ein Kindlein schlief,
Siehst du sie atmen mit behutsamen Herzen
Und lauschen, ob das Kind sie beim Namen rief.
Blüh' und leuchte, goldner Baum
Blüh denn, leuchte, goldner Baum,Autor: Ernst Moritz Arndt
Erdentraum und Himmelstraum;
blüh und leuchte in Ewigkeit
durch die arme Zeitlichkeit!
Sei uns Bild und sei uns Schein,
dass wir sollen fröhlich sein,
fröhlich durch den süßen Christ,
der des Lebens Leuchte ist.
Sei uns Bild und sei uns Schein,
dass wir sollen tapfer sein
auf des Lebens Pilgerbahn,
kämpfend gegen Lug und Wahn.
Sei uns Bild und sei uns Schein,
dass wir sollen heilig sein,
rein wie Licht und himmelsklar,
wie das Kindlein Jesus war!
Vom Schenken
Schenke groß oder klein,Autor: Joachim Ringelnatz
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gabe wiegen,
sei dein Gewissen rein.
Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
dass dein Geschenk –
Du selber bist.
Christbaum
Wie schön geschmückt der festliche Raum!Autor: Peter Cornelius
Die Lichter funkeln am Weihnachtsbaum!
O fröhliche Zeit! O seliger Traum!
Die Mutter sitzt in der Kinder Kreis;
nun schweiget alles auf ihr Geheiß:
sie singet des Christkinds Lob und Preis.
Und rings, vom Weihnachtsbaum erhellt,
ist schön in Bildern aufgestellt
des heiligen Buches Palmenwelt.
Die Kinder schauen der Bilder Pracht,
und haben wohl des Singen acht,
das tönt so süß in der Weihenacht!
O glücklicher Kreis im festlichen Raum!
O goldne Lichter am Weihnachtsbaum!
O fröhliche Zeit! O seliger Traum!
Weihnachtslied
Nun bricht die heil'ge Nacht hereinAutor: Friedrich Dannemann
Mit Glockenklang und Kerzenschein,
Und jedem grünen Tannenbaum
Entstrahlt ein lichter Märchentraum.
Wie ziehst du still in meine Brust,
O wundersel'ge Weihnachtslust!
Vor meinen Blicken wird es weit –
Und lächelnd winkt die Jugendzeit.
Sie naht mit leisem Feentritt, –
Ach, alle Wonnen bringt sie mit;
Des Lebens Sorge, Gram und Weh'
Versank in des Vergessens See.
O läutet, Glocken, läutet hell!
Verlöscht! ihr Kerzen, nicht zu schnell!
Im Osten blinkt der Morgenstern:
Sei mir gegrüßt, du Tag des Herrn!
Weihnachten
Weißer Flöckchen Schwebefall,Autor: Anna Ritter
Stille Klarheit überall,
Glockenklang und Schellenklingen,
Mäulchen, die vom Christkind singen,
Flammen, die von grünen Zweigen
Gläubig, strahlend aufwärts steigen,
Und im tiefsten Herzen drinnen
Ein Erinnern, ein Besinnen …
Neige dich, mein Herz, und bete,
Daß das Christkind zu dir trete,
Auch in deiner Schwachheit Gründen
Eine Flamme zu entzünden,
Die das Ringen Deiner Tage
Gläubig strahlend aufwärts trage.
Weihnachtswunder
Durch den FlockenfallAutor: Gustav Falke
klingt süßer Glockenschall,
ist in der Winternacht
ein süßer Mund erwacht.
Herz, was zitterst du
den süßen Glocken zu?
Was rührt den tiefen Grund
dir auf der süße Mund?
Was verloren war,
du meintest, immerdar,
das kehrt nun all zurück,
ein selig Kinderglück.
O du Nacht des Herrn
mit deinem Liebesstern,
aus deinem reinen Schoß
ringt sich ein Wunder los.
Weihnacht, wunderbares Land
Weihnacht, wunderbares Land,Autor: Karl Friedrich Henckell
Wo die grünen Tannen,
Sternenflimmernd rings entbrannt,
Jeden Pilger bannen!
Glücklich kindlicher Gesang
Schwebt um heilige Hügel,
Schwebt der Heimat Welt entlang,
Sehnsucht seine Flügel.
Friedestarken Geistes Macht
Sehnt sich, zu verbünden,
Über aller Niedertracht
Muß ein Licht sich zünden.
Lebens immergrüner Baum
Trägt der Liebe Krone –
Und ein milder Sternentraum
Küßt die starrste Zone.
Weihnachten
Leise weht's durch alle LandeAutor: Adelheid Humperdinck-Wette
wie ein Gruß vom Sternenzelt,
schlinget neue Liebesbande
um die ganze weite Welt.
Jedes Herz mit starkem Triebe
ist zu Opfern froh bereit,
denn es naht das Fest der Liebe,
denn es naht die Weihnachtszeit.
Und schon hat mit tausend Sternen
sich des Himmels Glanz entfacht,
leise tönt aus Himmelsfernen
Weihgesang der heil'gen Nacht.
Hell aus jedem Fenster strahlet
wundersam des Christbaums Licht,
und der Freude Schimmer malet
sich auf jedem Angesicht.
Lichte Himmelsboten schweben
ungeseh'n von Haus zu Haus;
selig Nehmen, selig Geben
geht von ihrer Mitte aus.
O willkommen, Weihnachtsabend,
allen Menschen, groß und klein!
Friedebringend, froh und labend
mögst du allen Herzen sein!
Christbaumnüsse
Kehrt der Weihnachtsabend wieder,Autor: Hanns Freiherr von Gumppenberg
Friedvoll und verheißungshold,
Schmückt man viele tauben Nüsse
Festlich mit dem Flittergold.
Und die goldnen Nüsse leuchten
Herrlich in dem Lichtermeer,
Wundersame Märchenfrüchte –
Innen aber sind sie leer.
Und wie reich die schönen schimmern
So von außen, so von fern,
Höher wären sie zu schätzen,
Bärgen sie den süßen Kern:
Dienten sie nicht blos den Träumen
Eine Stunde oder zwei,
Gäben sie auch brav zu zehren,
Wenn das Friedensfest vorbei.
Plätzchenduft zieht durch das Haus
Plätzchenduft zieht durch das Haus,Autor: unbekannt
versperrt sind manche Schränke.
es weihnachtet, man kennt sich aus
und wohlsortiert sind die Geschenke.
Man freut sich auf das Kinderlachen
und auf ein paar Tage - ruhig und still,
andern `mal eine Freude machen,
das ist es, was man will.
Weihnachtskarten trudeln ein
von allen Ecken und Kanten,
die meisten sind, so soll es sein,
von den Lieben und Verwandten.
Nun kommt das Christkind aber bald
Nun kommt das Christkind aber bald.Autor: unbekannt
Wir holen Tannen aus dem Wald,
Für einen Kranz so rund und fein,
Darauf brennen vier rote Kerzelein.
Heute zünden wir die erste an,
Am Sonntag ist die zweite dran,
Bei der dritten da leuchtet schon das ganze Gesicht,
Weil es überall nach Weihnachten riecht.
Und wenn die vierte angemacht,
Dann läuten die Glocken zur heiligen Nacht.
Sie läuten von nah, sie läuten von fern,
Freut euch Ihr Menschen, es Weihnachtet sehr.
Weihnachtsfreude
Der Winter ist gekommenAutor: Robert Reinick
Und hat hinweg genommen
Der Erde grünes Kleid.
Schnee liegt auf Blütenkeimen,
Kein Blatt ist an den Bäumen,
Erstarrt die Flüsse weit und breit.
Da schallen plötzlich Klänge
Und frohe Festgesänge
Hell durch die Winternacht.
In Hütten und Palästen
Ist rings in grünen Ästen
Ein bunter Frühling aufgewacht.
Wie gern doch seh ich glänzen
Mit all den reichen Kränzen
Den grünen Weihnachtsbaum;
Dazu der Kindlein Mienen,
Von Licht und Lust beschienen;
Wohl schön're Freude gibt es kaum!
Weihnachtszeit
Seit Jahren hat's nicht so geschneit!Autor: Anna Ritter
Das rieselt, rinnt und häuft sich an,
dass man im Lande weit und breit
nicht Weg noch Steg erkennen kann.
Die Stadt sieht wie ein Märchen aus:
hat jedes Häuschen, jedes Haus
ein Mützchen auf aus weißem Schnee,
das blinkt und blitzt im Sonnenschein,
als wär's von lauter Edelstein.
Und drinnen gibt's verschloss'ne Türen.
Ein Zimmer, das das ganze Jahr
genau wie and're Zimmer war,
bekommt ein feierlich Gesicht:
Oft ist's zur Dämmerung, als glitten
verstohl'ne Schritte hin und her,
man sieht ein heimlich huschend Licht,
als ob das Christkind drinnen wär'!
Verschwieg'ne Päckchen kommen an,
die rascheln gar so wunderlich,
wenn kleine Finger daran rühren.
Doch Mutter wehrt auf alle Bitten:
"Nicht fragend! 's ist vom Weihnachtsmann!"
Ein unbestimmter Kuchenduft
liegt wunderlich in der Luft!
Die Kinder schnuppern leis herum
und schau'n sich an und lachen stumm
und drücken sich am Schlüsselloch
die Näschen platt.
O sel'ge Zeit,
wenn Liebe sich im stillen müht
und nicht genug zu tun weiß,
wenn mitten unter Schnee und Eis
die Blume des Erbarmens blüht,
wenn jubelnd sich die Glocken schwingen
und jedem, der es hören will,
die süße Weihnachtsbotschaft bringen:
"Das Christkind kommt, seid froh und still!"
Weihnachten
Ein Bäumlein grünt im tiefen Tann,Autor: Martin Greif
Das kaum das Aug erspähen kann,
Dort wohnt es in der Wildnis Schoß
Und wird gar heimlich schmuck und groß.
Der Jäger achtet nicht darauf,
Das Reh springt ihm vorbei im Lauf;
Die Sterne nur, die alles sehn,
Erschauen auch das Bäumlein schön.
Da mitten in des Winters Graus,
Erglänzt es fromm im Elternhaus,
Wer hat es hin mit einem Mal
Getragen über Berg und Tal?
Das hat der heilge Christ getan.
Sieh dir nur recht das Bäumlein an!
Der unsichtbar heut eingekehrt,
Hat manches Liebe dir beschert.
Die Weihnachtsglocken
Wie tönen heut' die WeihnachtsglockenAutor: Karl Ernst Knodt
Viel voller übers weiße Land,
So voll und weit, als gäb's kein Stocken
An irgend einer Felsenwand.
Als wär' die ganze weite Erde
Ein unbegrenztes, großes Meer –
Und drüber brauste neu ein „Werde“
Mit welterlösenden Lauten her.
Ein Liebeston lebt in den Klängen,
Den nur das Kinderohr versteht,
Ein Ton aus himmlischen Gesängen,
Wie Er die Welt einmal umweht
Im ganzen Jahr, – ein Engelreigen,
Wie er um Gottes Thron erklingt.
Erwach', o Welt, dich neu zu neigen
Dem Heiland, der den Frieden bringt!
Weihnacht!
Wie am Baum die Lichter prangen -Autor: Anna Ritter
schöner war das Christfest nie!
Heiß erglüh'n der Kinder Wangen,
und ihr Mund singt unbewusst
mitten in der Weihnachtslust
eine süße Melodie,
wie sie schon der Ahn gesungen,
als er selbst im Lockenhaar
um den Lichterbaum gesprungen.
Leise schwindet Jahr für Jahr ...
Schaukelpferd und Hampelmann
wandelt die Zerstörung an,
und das Bilderbuch, das heute
euer Kinderherz erfreute,
wird dereinst zerrissen sein.
Aus der Schar der kleinen Leute
werden Männer, werden Frauen,
die ihr eignes Nestchen bauen.
Gestern wird, was heute war,
aber bleiben immerdar
wird der Christnacht heller Schein,
wird der Klang der Weihnachtsglocken,
Kinderjubel und Frohlocken!
In der Christnacht
Oh Winterwaldnacht, stumm und hehrAutor: Karl Stieler
mit deinen eisumglänzten Zweigen,
lautlos und pfadlos, schneelastschwer,
wie ist es groß, dein stolzes Schweigen.
Es blickt der Vollmond klar und kalt,
in tausend funkelharte Ketten
sind festgeschmiedet Berg und Wald,
nichts kann von diesem Bann erretten.
Der Vogel fällt, der Wind bricht ein,
der Quell versiegt, die Fichten beben,
so kämpft den großen Kampf ums Sein
ein tausendfaches, banges Leben.
Nur in den Dörfern traut und sacht
da läuten heut' zur Welt hienieden
die Weihnachtsglocken durch die Nacht
das Wunderlied vom ewigen Frieden.
Weihnacht
Ein Augenblick im Meer der Zeiten,Autor: Elisabeth Dauthendey
In dem die stillen Stimmen tönen,
Die sonst der Tag verdeckt mit seinem lauten schrei'n
Der Augenblick, indem die Kerzen brennen,
Die heiligen Kerzen, die der Liebe leuchten,
Da jedes Herz es ahnt was Friede sei. -
In dieser Stille zwischen heut und morgen,
In dieser Handvoll weniger Minuten,
Besinnt der Mensch sich auf sein tiefstes Glück
Lauscht auf die leise Melodie der Liebe -
Und geht dann neu zu seinem Tag zurück.
Am Heiligen Abend
Der Tag verschließtAutor: Moritz Gottlieb Saphir
die reiche Farbenquelle
und Dämmerung macht dem Heiligen Abend Raum.
Ein milder Streif
aus rosenroter Helle
fasst fern die Berge ein
in purpur Saum.
Die Nacht,
sie breitet ihren weichen Schleier
rings um die Erd,
wie um ein schlafend Kind.
Und wie ein Priester geht
zu hoher Tempelfeier
so schreitet still der Mond
durch Nacht und Wind.
Auf Erden auch
da glühen tausend Herzen
und bunte Lichter brennen überall.
Und Liebe strömet aus den offenen Herzen,
vergessen ist des Lebens Kampf und Qual.
Vergessen sind die Tränen grauer Stunden,
vergessen Krankheit, Sorge bittere Not.
Das Kind des Himmels
hat den Weg zu uns gefunden
und mit ihm kam
das neue Morgenrot.
Geh nie von uns
und mach uns stark für alles.
Für alles,
ob in Krankheit, Leid und Schmerz.
Mög uns das Kind des Himmels
Frieden schenken
und trösten
manch gequältes Menschenherz.
Weihnachten
Rings erstorben die Natur -Autor: Karl Friedrich Mezger
Weiß bekleidet Wald und Flur -
Kalte, rauhe Winde wehn
Nieder von den Waldes Höhn.
Doch welch Jubel weit und breit!
"Allen Menschen Fried und Freud"
Kündet Weihnachtskerzenduft
Durch die kalte Winterluft.
Weihnachtszeit! O welche Macht
Birgt doch deine Zauberpracht!
Ewig neu und ewig alt
Deine Botschaft widerhallt.
O wie schafft der Weihnachtsbaum
Seligkeit im kleinsten Raum!
O wie klingt aus jedem Haus
Weihnachtsjubel froh heraus!
Schwinge dich, mein Geist, zurück
Zu der Kindheit süßem Glück,
Wo dich unterm Tannenbaum
Froh erfüllt der Weihnachtstraum
Und des Himmels goldner Schein
Strahle dir im Herzen rein!
Denke, Seele, still zurück!
Träum von sel`gem Weihnachtsglück!
Weihnacht
Zeit der Weihnacht, immer wiederAutor: Gustav Falke
rührst Du an mein altes Herz,
führst es fromm zurück
in sein früh'stes Glück,
kinderheimatwärts.
Sterne leuchten über Städte,
über Dörfer rings im Land.
Heilig still und weiß
liegt die Welt im Kreis
unter Gottes Hand.
Kinder singen vor den Türen:
»Stille Nacht, heilige Nacht!«
Durch die Scheiben bricht
hell ein Strom von Licht,
aller Glanz erwacht.
Und von Turm zu Turm ein Grüßen,
und von Herz zu Herz ein Sinn,
und die Liebe hält
aller Welt
ihre beiden Hände hin.
Wundersam im Weihnachtszimmer
Wundersam im WeihnachtszimmerAutor: Adolf Holst
strahlt der Baum im Kerzenschimmer;
wie das duftet, wie das glänzt,
Nadelgrün und bunt bekränzt.
Ach - und all die schönen Sachen,
die den Kindlein Freude machen:
Puppenwagen, Bücher, Ball,
Hampelmann und Pferdestall!
Drum, so lasst und fröhlich springen
und von Herzen dazu singen:
"O du lieber, heil'ger Christ,
wie du doch so freundlich bist!"
Besinnliche Lieder, manch' liebes Wort
Besinnliche Lieder, manch' liebes Wort,Autor: unbekannt
Tiefe Sehnsucht, ein trauter Ort.
Gedanken, die voll Liebe klingen
und in allen Herzen schwingen.
Der Geist der Weihnacht liegt in der Luft
mit seinem zarten, lieblichen Duft.
Wir wünschen Euch zur Weihnachtszeit
Ruhe, Liebe und Fröhlichkeit!
Ein Tännlein aus dem Walde
Ein Tännlein aus dem Walde,Autor: Albert Sergel
und sei es noch so klein,
mit seinen grünen Zweigen
soll unsre Freude sein!
Es stand in Schnee und Eise
in klarer Wintersluft;
nun bringt’s in unsre Stuben
den frischen Waldesduft.
Wir wollen schön es schmücken
mit Stern und Flittergold,
mit Äpfeln und mit Nüssen
und Lichtlein wunderhold.
Und sinkt die Weihnacht nieder,
dann gibt es lichten Schein,
das leuchtet Alt und Jungen
ins Herz hinein.
Weihnachten in der Natur
In der Kälte ruht die Natur.Autor: weihnachtsgedichte.biz
Doch wir Menschen denken nur
An das Weihnachtsfest
Die Adventszeit, sie stresst
Uns sehr
Dabei geht es um mehr
Als um uns
In der Kälte ruht der See.
Die Bäume sind kahl und stumm
Durch die Blätter fällt ein schummriges Licht
Das Gras ist bedeckt von Schnee
Die Welt dreht sich nicht
Um uns
Das Fest
Fest der Freude, Fest der Tradition,Autor: weihnachtsgedichte.biz
manchmal auch der Aversion.
Fest der Kinder und Familien,
jeder hat hierbei ganz eigene Kriterien.
Fest der Musik - aber auch der Stille,
es ist ein Muss - wie der Lebenswille.
Fest der Wärme und Geborgenheit,
mit Erinnerungen aus der Vergangenheit.
Fest des guten Essens in Geselligkeit,
von Jahr zu Jahr in Regelmäßigkeit.
Fest des Lichts in dunkler Zeit,
für viele auch in Einsamkeit.
Fest von unendlichem Konsum,
warum nicht mal beschränken auf ein Minimum?
Fest von so manchem Familienstreit,
ausgetragen kilometerweit.
Trotzdem ist und bleibt das Fest ein Hit,
für die meisten ist es schön, dass es dich gibt!
Das Rad der Zeit
Kanns sein, schon wieder ist Advent!Autor: weihnachtsgedichte.biz
Ist doch grade erst gewesen
so denkt die alte Frau und seufzt
"Ja ja, das Rad der Zeit:
Es dreht sich schnell und immer schneller!"
Für den Enkel doch ists eine ziemlich lange Zeit
Will sie so gar nicht schnell vergehen
Kaum kann er das Fest erwarten
Nur, die Zeit für ihn schleicht und schleicht
Am Weihnachtstage, schaut doch nur!
Das Rad der Zeit steht plötzlich still
Denn Stille Nacht verzaubert wieder Jung und Alt!
Was macht ein Weihnachtsgedicht besinnlich?
Besinnliche Weihnachtsgedichte unterscheiden sich von anderen weihnachtlichen Versen durch ihre besondere Tiefe und Ruhe. Sie laden nicht zum Lachen ein, sondern zum Innehalten. Während lustige Weihnachtsgedichte die heitere Seite des Festes betonen, konzentrieren sich besinnliche Gedichte auf die spirituelle und emotionale Dimension der Weihnachtszeit.
Merkmale besinnlicher Weihnachtsgedichte:
- Ruhiger, meditativer Rhythmus ohne hektische Verssprünge
- Themen wie Stille, Frieden, Hoffnung, Nächstenliebe und Dankbarkeit
- Oft Bezug zur christlichen Weihnachtsbotschaft und der Geburt Jesu
- Bilder von Kerzenschein, Schnee, Sternen und der winterlichen Natur
- Reflexion über das vergangene Jahr und Ausblick auf Neues
- Einfache, verständliche Sprache ohne komplizierte Metaphern
Die Wirkung besinnlicher Gedichte in der Weihnachtstradition
In unserer hektischen, von Konsum geprägten Vorweihnachtszeit erfüllen besinnliche Weihnachtsgedichte eine wichtige Funktion: Sie erinnern uns daran, worum es beim Weihnachtsfest ursprünglich geht. Wenn der Stress des Geschenkekaufs überhandnimmt und die eigentliche Bedeutung von Weihnachten in den Hintergrund zu rücken droht, können diese Verse wie ein Anker wirken.
Das laute Vortragen oder stille Lesen eines besinnlichen Gedichts schafft einen Moment der Ruhe. Die rhythmische Sprache und die wiederkehrenden Reimschemata haben eine fast meditative Wirkung. Sie verlangsamen unseren Gedankenfluss und lenken die Aufmerksamkeit weg vom Äußeren hin zum Inneren. Viele Menschen berichten, dass sie beim Lesen solcher Gedichte tatsächlich zur Ruhe kommen und sich wieder auf die wesentlichen Werte besinnen können.
Besonders in Familien mit christlichem Hintergrund gehören besinnliche Weihnachtsgedichte zur festen Tradition. Sie werden am Heiligen Abend vorgetragen, bevor die Geschenke ausgepackt werden, oder begleiten die Adventsonntage. Durch diese jährliche Wiederholung werden sie Teil der familiären Erinnerungskultur und verbinden Generationen miteinander.
Wie und wann besinnliche Weihnachtsgedichte verwenden?
Bei der Weihnachtsfeier im Familienkreis: Der klassische Moment für besinnliche Weihnachtsgedichte ist der Heilige Abend. Nachdem der Weihnachtsbaum erleuchtet wurde und bevor die Bescherung beginnt, schafft ein vorgetragenes Gedicht eine feierliche Atmosphäre. Besonders schön ist es, wenn Kinder die Verse vortragen, die sie in der Schule oder zu Hause gelernt haben.
In der Adventszeit zur Einstimmung: An den vier Adventssonntagen kann das Anzünden der Kerzen am Adventskranz mit einem passenden Gedicht begleitet werden. Dies strukturiert die Wartezeit bis Weihnachten und macht sie bewusst erlebbar. Jeden Sonntag ein neues Gedicht zu lesen, wird so zum liebgewonnenen Ritual.
Auf Weihnachtskarten: Ein kurzes besinnliches Gedicht auf einer Weihnachtskarte verleiht der Grußbotschaft eine persönliche und tiefere Note. Statt nur "Frohe Weihnachten" zu schreiben, zeigt ein sorgfältig ausgewähltes Gedicht, dass man sich Gedanken gemacht hat.
Bei kirchlichen Feiern und Gottesdiensten: Viele Gemeinden integrieren besinnliche Weihnachtsgedichte in ihre Christmetten und Adventsfeiern. Die Verse ergänzen die biblischen Lesungen und Lieder und schaffen Momente der Stille zwischen den liturgischen Elementen.
In der persönlichen Adventszeit: Manche Menschen lesen jeden Tag im Advent ein besinnliches Gedicht als Teil ihrer morgendlichen oder abendlichen Routine. Dies kann ähnlich wie ein Adventskalender funktionieren und hilft dabei, sich täglich einen Moment der Ruhe zu gönnen.
Tipps zum stimmungsvollen Vortragen
Ein besinnliches Weihnachtsgedicht entfaltet seine volle Wirkung erst beim Vortragen. Die Art und Weise, wie ein Gedicht präsentiert wird, macht oft den Unterschied zwischen einem flüchtigen Moment und einer bleibenden Erinnerung.
Die richtige Atmosphäre schaffen: Dimme das Licht und lasse nur Kerzenschein oder die Lichter des Weihnachtsbaums leuchten. Schalte störende Geräuschquellen wie Fernseher, Radio oder Handys aus. Eine ruhige Umgebung ist die Grundvoraussetzung dafür, dass die Worte des Gedichts wirken können.
Langsam und deutlich sprechen: Besinnliche Gedichte vertragen keine Hektik. Nehme dir Zeit für jedes Wort, jede Zeile. Mache bewusste Pausen am Ende jeder Strophe. Der Rhythmus des Gedichts sollte spürbar werden, ohne dass es gekünstelt klingt.
Mit Gefühl, aber ohne Pathos: Lese das Gedicht mit innerer Anteilnahme, aber vermeide übertriebene Dramatik. Die Worte selbst tragen die Bedeutung, sie müssen nicht durch theatralisches Vortragen aufgeladen werden. Authentizität wirkt stärker als Schauspielkunst.
Vorher üben: Auch wenn es nur ein kurzes Gedicht ist, solltest du es mehrmals für dich selbst lesen, bevor du es vorträgst. So vermeidest du Stocken oder Versprecher und kannst dich ganz auf den Inhalt konzentrieren.
Blickkontakt halten: Wenn möglich, lerne das Gedicht auswendig oder mache dich so vertraut damit, dass du während des Vortragens immer wieder zu deinen Zuhörern aufschauen kannst. Dies schafft eine Verbindung und macht das Gedicht zu einem gemeinsamen Erlebnis.
Eigene besinnliche Weihnachtsgedichte schreiben
Vielleicht möchtest du selbst ein besinnliches Weihnachtsgedicht verfassen, sei es für eine Weihnachtskarte an geliebte Menschen oder als persönlichen Beitrag zur Familienfeier. Das Schreiben eines solchen Gedichts ist keine Hexerei und kann eine sehr erfüllende kreative Tätigkeit sein.
Beginne mit einem Thema: Überlege dir, welcher Aspekt von Weihnachten dich besonders berührt. Ist es die Stille der Heiligen Nacht? Die Hoffnung, die mit der Geburt Jesu verbunden ist? Die Dankbarkeit für Familie und Freunde? Die Schönheit des Winters? Ein klares Thema gibt Ihrem Gedicht Fokus.
Sammele passende Bilder und Wörter: Notiere dir Begriffe, die zu deinem Thema passen. Für ein Gedicht über Stille könnten das sein: Schnee, Kerze, Sterne, Nacht, leise, sanft, Frieden. Diese Wortsammlung wird zum Fundus, aus dem du schöpfen kannst.
Wähle ein einfaches Reimschema: Für den Anfang eignet sich der Paarreim besonders gut (aabb), bei dem sich jeweils zwei aufeinanderfolgende Zeilen reimen. Alternativ kannst du den Kreuzreim verwenden (abab). Wichtig: Der Reim sollte natürlich klingen und nicht erzwungen wirken.
Achte auf den Rhythmus: Lese deine Zeilen laut vor. Klingen sie melodisch? Haben sie einen gleichmäßigen Fluss? Besinnliche Gedichte funktionieren am besten mit einem ruhigen, regelmäßigen Rhythmus.
Bleibe authentisch: Dein Gedicht muss nicht perfekt sein. Es sollte ehrlich sein und von Herzen kommen. Manchmal sind die einfachsten Worte die bewegendsten. Vermeide zu komplizierte Formulierungen oder altmodische Wendungen, die nicht zu Ihrer natürlichen Sprache passen.
Der Unterschied: Besinnlich, lustig oder klassisch?
Weihnachtsgedichte lassen sich grob in drei Kategorien einteilen, die jeweils unterschiedliche Stimmungen und Anlässe bedienen. Das Verständnis dieser Unterschiede hilft dabei, für jeden Moment das passende Gedicht zu finden.
Besinnliche Weihnachtsgedichte stehen für Ruhe, Tiefe und spirituelle Reflexion. Sie thematisieren den religiösen Kern des Weihnachtsfests, die Bedeutung von Frieden und Nächstenliebe oder die stille Schönheit der Winterzeit. Diese Gedichte eignen sich für feierliche Momente, wenn man zur Ruhe kommen und die tiefere Bedeutung von Weihnachten spüren möchte. Sie werden meist in ruhigem, meditativem Ton vorgetragen und passen besonders gut zum Heiligen Abend oder zu Adventsfeiern.
Lustige Weihnachtsgedichte hingegen bringen Heiterkeit und Leichtigkeit. Sie spielen mit den komischen Aspekten der Weihnachtszeit: der Stress beim Geschenkekauf, misslungene Plätzchen, der überfrachtete Wunschzettel der Kinder oder die chaotische Verwandtschaft. Humorvolle Verse lockern die Stimmung auf und sind ideal für Weihnachtsfeiern im Freundeskreis, bei der Arbeit oder wenn Kinder für gute Laune sorgen sollen. Sie nehmen den Ernst aus der Situation und erinnern daran, dass Weihnachten auch ein Fest der Freude ist.
Klassische Weihnachtsgedichte sind die zeitlosen Meisterwerke von Dichtern wie Theodor Fontane, Joseph von Eichendorff, Rainer Maria Rilke oder Joachim Ringelnatz. Diese Gedichte haben oft literarischen Wert und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Sie können sowohl besinnlich als auch heiter sein, zeichnen sich aber durch ihre sprachliche Qualität und ihre kulturelle Bedeutung aus. Viele Menschen verbinden mit diesen klassischen Versen Kindheitserinnerungen und Familientraditionen.
Für eine gelungene Weihnachtsfeier kann es sinnvoll sein, Gedichte aus verschiedenen Kategorien zu kombinieren. Beginne vielleicht mit einem besinnlichen Gedicht zur Einstimmung, lasse dann die Kinder ein lustiges Gedicht vortragen und schließe mit einem klassischen Werk ab. So sprichst du unterschiedliche Stimmungen an und gestaltest einen abwechslungsreichen Abend.
Letztlich geht es bei allen Weihnachtsgedichten darum, gemeinsam einen besonderen Moment zu schaffen. Ob besinnlich, lustig oder klassisch: Gedichte verbinden Menschen, schaffen Erinnerungen und machen die Weihnachtszeit zu etwas Besonderem. Sie sind ein Geschenk an alle Anwesenden, das nichts kostet und doch unbezahlbar ist.