Der Winter ist kommen
Kategorie: Wintergedichte
Der Winter ist kommen
Der Winter ist kommen,Autor: unbekannt
verstummt ist der Hain;
nun soll uns im Zimmer
ein Liedchen erfreun.
Das glitzert und flimmert
Und leuchtet so weiß
Es spiegelt die Sonne
Im blitzblanken Eis.
Wir gleiten darüber
Auf blinkendem Stahl
Und rodeln und jauchzen
Vom Hügel ins Tal.
Und senkt sich der Abend,
geht's jubelnd nach Haus
ins trauliche Stübchen
zum Bratapfelschmaus.
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Ist das Gedicht zeitgemäß?
- Wie ist der Schwierigkeitsgrad zu bewerten?
- Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
- Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Wie lang dauert der Vortrag?
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht "Der Winter ist kommen" entfaltet ein kleines, aber feines Panorama winterlicher Freuden, das weit über eine simple Beschreibung hinausgeht. Es beginnt mit einer kontrastreichen Szenerie: Draußen ist der Hain "verstummt", eine Metapher für die Stille und Erstarrung der Natur im Winter. Dieser äußeren Ruhe wird sofort die innere Wärme und Geselligkeit des "Zimmers" gegenübergestellt, wo ein "Liedchen" die Menschen erfreuen soll. Dieser erste Vers stellt also den Übergang von der kalten Öffentlichkeit in den privaten, geschützten Raum dar, ein zutiefst menschliches Bedürfnis in der dunklen Jahreszeit.
Die folgenden Strophen widmen sich den winterlichen Aktivitäten im Freien. Das "glitzern", "flimmern" und "blitzblanke Eis" zeichnen ein Bild einer reinen, fast magisch verwandelten Welt, die das Sonnenlicht aufnimmt und in funkelnde Reflexe übersetzt. Die Bewegung kommt ins Spiel: Das "Gleiten" auf Schlittschuhen ("blinkendem Stahl") und das "Rodeln" sind Sinnbilder für spielerische Leichtigkeit und kindlichen Übermut ("jauchzen"). Der Rhythmus dieser Zeilen ist dabei selbst gleitend und beschwingt. Der krönende Abschluss ist die Rückkehr ins Heimische. Wenn sich der Abend senkt, geht es "jubelnd" nach Hause – die Freude wird also mitgenommen. Das "trauliche Stübchen" und der "Bratapfelschmaus" verkörpern Gemütlichkeit, Geborgenheit und sinnlichen Genuss. Das Gedicht beschreibt somit einen perfekten Kreislauf: von der heimischen Geborgenheit auszuziehen, die winterliche Welt zu erleben und gestärkt durch diese Erfahrung wieder in die Geborgenheit zurückzukehren.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Gedicht erzeugt eine durchweg positive, herzerwärmende und nostalgische Stimmung. Es ist getragen von einer freudigen Erwartungshaltung ("nun soll uns... ein Liedchen erfreun") und purem Lebensgenuss. Die Wortwahl ("glitzert", "flimmert", "jauchzen", "jubelnd") vermittelt Unbeschwertheit und Begeisterung. Es ist eine Stimmung der geselligen Freude, die die Kälte und Stille des Winters nicht als Bedrohung, sondern als willkommene Kulisse für eigene Aktivitäten und anschließende Behaglichkeit sieht. Ein leiser Unterton von Wehmut oder Melancholie schwingt vielleicht im "verstummten Hain" mit, doch er wird sofort von der einladenden Wärme des Innenraums und der aktiven Lebensfreude überstrahlt. Insgesamt hinterlässt es ein Gefühl von Zufriedenheit, Gemeinschaft und der schönen Einfachheit winterlicher Rituale.
Ist das Gedicht zeitgemäß?
Absolut. Die zentralen Themen des Gedichts – die Sehnsucht nach Gemeinschaft, das bewusste Erleben der Natur und ihrer Jahreszeiten sowie die Wertschätzung von gemütlicher Rückzugsmöglichkeit – sind heute relevanter denn je. In einer digitalisierten, oft hektischen Welt wirkt das Gedicht wie eine Einladung zur bewussten Entschleunigung. Es wirft die immer gültige Frage auf: Wie schaffen wir es, in der Kälte (im übertragenen wie im wörtlichen Sinne) Wärme und Freude zu finden? Die modernen Parallelen sind vielfältig: Der "Bratapfelschmaus" steht für das Trendthema "Hygge" oder das bewusste Genießen von einfachen, saisonalen Lebensmitteln. Das gemeinsame Rodeln oder Schlittschuhlaufen erinnert an den Wunsch nach analogen, unverplanten Erlebnissen mit Familie oder Freunden, abseits von Bildschirmen. Das Gedicht feiert damit zeitlose menschliche Grundbedürfnisse, die in unserer modernen Welt einen besonderen Stellenwert als Gegenpol erhalten haben.
Wie ist der Schwierigkeitsgrad zu bewerten?
Sprachlich ist das Gedicht als leicht bis mittelschwer einzustufen. Der Satzbau ist klar und unkompliziert, der Wortschatz größtenteils alltagstauglich. Einige wenige, aber sehr bildhafte Begriffe wie "verstummt", "flimmert" oder "traulich" heben das Niveau leicht an und bieten schöne Anknüpfungspunkte für Erklärungen, ohne den Zugang zu versperren. Die Reime sind eingängig, der Rhythmus regelmäßig und leicht zu erfassen. Es gibt keine verschachtelten Metaphern oder komplexen philosophischen Ansätze, die das Verständnis behindern. Damit ist das Werk für eine breite Leserschaft gut zugänglich, bietet aber auch für geübtere Leser ästhetischen Genuss durch seine klare, dichte Bildsprache.
Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
Dieses Gedicht ist ein vielseitiger Begleiter für die gesamte Winter- und Vorweihnachtszeit. Perfekt passt es für:
- Familienfeiern in der Adventszeit oder an Weihnachten, um eine gemütliche Stimmung einzuläuten.
- Den Deutsch- oder Grundschulunterricht zum Thema "Winter" oder "Jahreszeitenlyrik".
- Eine winterliche Gedichtrunde oder einen literarischen Adventskalender.
- Die Eröffnung eines winterlichen Familienausflugs (z.B. vor dem Schlittschuhlaufen oder Rodeln).
- Als Einstieg oder Abschluss einer Weihnachtsfeier in Vereinen oder kleineren Gruppen.
- Einfach für einen gemütlichen Leseabend zu Hause, um sich auf die Jahreszeit einzustimmen.
Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Die primäre Zielgruppe sind Kinder im Vor- und Grundschulalter (ab etwa 5 Jahren). Die konkreten Bilder (Eis, Rodeln, Bratapfel) sprechen sie direkt an, und der Text ist kurz und rhythmisch gut vorzutragen. Ebenso eignet es sich wunderbar für Familien, die gemeinsam etwas lesen oder rezitieren möchten. Darüber hinaus findet das Gedicht aber auch bei Erwachsenen Anklang, die Freude an unprätentiöser, stimmungsvoller Lyrik haben oder bewusst nostalgische Erinnerungen an ihre eigene Kindheit wecken möchten. Es ist also ein generationenübergreifendes Werk.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Das Gedicht eignet sich weniger für Leser, die explizit nach komplexer, moderner oder gesellschaftskritischer Lyrik suchen. Wer tiefgründige philosophische Betrachtungen, dunkle Metaphorik oder experimentelle Sprachformen erwartet, wird hier nicht fündig. Ebenso ist es für sehr formale oder rein analytische Anlässe (wie eine literaturwissenschaftliche Seminararbeit über Hochmoderne) nur bedingt geeignet. Menschen, die Winter und Kälte grundsätzlich ablehnen oder keine positiven Assoziationen mit Kindheit und Tradition verbinden, könnten den Charme des Gedichts vielleicht nicht in Gänze nachvollziehen.
Wie lang dauert der Vortrag?
Bei einem gemächlichen, betonten und genussvollen Vortrag mit kleinen Pausen zwischen den Strophen, um die Bilder wirken zu lassen, dauert die Rezitation des Gedichts etwa 45 bis 60 Sekunden. Bei einem flüssigeren, aber immer noch deutlichen Vorlesen liegt die Zeit bei ungefähr 30 bis 40 Sekunden. Die Länge macht es ideal für kurze Beiträge oder zum Einflechten in längere Programme, ohne dass es sich in die Länge zieht oder die Aufmerksamkeit der Zuhörer überfordert.
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