Es naht die liebe Weihnachtszeit
Kategorie: Lustige Weihnachtsgedichte
Es naht die liebe Weihnachtszeit
Ihr Kinder seid nun stilleAutor: unbekannt
Die Mutti ist schon ganz nervös,
sucht ihre Kreislaufpille.
Es gibt so schrecklich viel zu tun,
ein Fest braucht Vorbereitung.
Nur Opa sitzt vor seinem Schnaps
Und liest in Ruhe Zeitung.
Der Vati zerrt am Weihnachtsbaum,
das Ding das steht nicht gerade,
und das es kaum noch Nadeln hat
ist auch ein wenig schade.
Nur Dackel Waldi ist entzückt.
Bis dahin musst er immer
zum Bäumchen vor die Tür hinaus,
jetzt hat er eins im Zimmer.
Papa wühlt in den Pappkartons,
dann schimpft er "Donnerwetter!
Was ist das für 'ne Wirtschaft hier?
Wo ist denn das Lametta?"
Dann brennt der Käsekuchen an,
Mama fängt an zu weinen.
Nur Opa ohne Zeitgefühl
Genehmigt sich noch einen.
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Ist das Gedicht zeitgemäß?
- Wie ist der Schwierigkeitsgrad zu bewerten?
- Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
- Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Wie lang dauert der Vortrag?
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht "Es naht die liebe Weihnachtszeit" zeichnet kein idealisiertes Postkartenidyll, sondern einen humorvoll-ironischen Blick hinter die Kulissen der familiären Weihnachtsvorbereitungen. Jede Strophe beleuchtet einen anderen Charakter und dessen typische Rolle im vorfestlichen Chaos. Die Mutter, gehetzt und "ganz nervös", repräsentiert den Druck, das perfekte Fest zu organisieren, was sich in der Suche nach der "Kreislaufpille" manifestiert. Der Vater verkörpert den praktischen, oft frustrierten Macher, der mit schiefem Baum und verlorenem Lametta kämpft. Opa hingegen ist der unbeteiligte, genussvolle Beobachter, dessen Ruhe und Zeitungslektüre im Kontrast zum allgemeinen Trubel stehen. Ein besonderes komisches Element ist der Familienhund Waldi, für den der geschmückte Baum schlicht ein willkommener, neuer "Pinkelbaum" im Wohnzimmer ist. Die wiederkehrende Pointe "Nur Opa..." unterstreicht die generationsbedingte Gelassenheit und fungiert als running gag. Das Gedicht endet nicht mit besinnlicher Stille, sondern mit angebranntem Kuchen, Tränen und einem weiteren Schnaps – ein realistisches, sympathisches Bild vom oft stressigen Weg zum Fest.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Es dominiert eine heitere, liebevoll-spöttische Stimmung. Der Leser schmunzelt über die allzu bekannten Szenarien, fühlt sich wiedererkannt und kann den dargestellten Stress dadurch distanziert betrachten. Die Stimmung ist nicht zynisch oder böse, sondern von warmherzigem Humor geprägt, der die menschlichen Schwächen und Marotten in der Weihnachtszeit karikiert. Es entsteht ein Gefühl der Gemeinschaft: "So geht es uns allen". Die leichte Übertreibung der Situationen (die suchende Mutter, der fluchende Vater) macht die Pointen deutlich, ohne die Charaktere unsympathisch zu machen. Insgesamt ist die Grundstimmung entspannt und unterhaltsam, sie nimmt den oft selbstgemachten Perfektionsdruck rund um Weihnachten und löst ihn in Lachen auf.
Ist das Gedicht zeitgemäß?
Absolut. Die dargestellten Dynamiken sind erstaunlich zeitlos. Der Stress der Planung ("Es gibt so schrecklich viel zu tun"), die Suche nach verlegter Dekoration in vollen Kartons und die ungleiche Verteilung der Arbeitslast in der Familie sind heute genauso relevant wie vermutlich zu Entstehungszeiten des Gedichts. Moderne Parallelen lassen sich mühelos ziehen: Statt "Kreislaufpille" könnte heute von einem Beruhigungstee oder einer Meditation-App die Rede sein, und der "Schnaps" des Opas wäre vielleicht ein Craft-Bier. Das Gedicht wirft implizit Fragen auf, die heute intensiv diskutiert werden: Wie verteilen wir die mentale und physische Arbeit rund um Feste? Warum hetzen wir uns für eine perfekte Inszenierung ab? Können wir wie Opa mehr Gelassenheit lernen? Es fungiert somit als humorvoller Spiegel für unsere eigenen, oft selbstauferlegten Weihnachtstrubel.
Wie ist der Schwierigkeitsgrad zu bewerten?
Sprachlich ist das Gedicht als leicht bis mittelschwer einzustufen. Der Satzbau ist klar und unkompliziert, der Wortschatz alltagsnah und gut verständlich. Einzelne Begriffe wie "Lametta" oder die Formulierung "genehmigt sich noch einen" mögen für jüngere Leser vielleicht erklärungsbedürftig sein, erschließen sich aber aus dem Kontext. Die größte "Schwierigkeit" liegt nicht in der Sprache, sondern im Verständnis der ironischen Brechung. Der Leser muss den Kontrast zwischen dem Titel "die liebe Weihnachtszeit" und den geschilderten chaotischen Szenen erfassen können, um den vollen humoristischen Genuss zu erleben. Die Reime sind einfach und eingängig, was den Vortrag und das Verständnis zusätzlich erleichtert.
Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
Das Gedicht ist ein perfekter Begleiter für zahlreiche gesellige Anlässe in der Advents- und Weihnachtszeit. Ideal ist der Vortrag beim gemütlichen Beisammensein mit der Familie oder Freunden in der Vorweihnachtszeit, wo es für Lacher und "Aha-Erlebnisse" sorgt. Es eignet sich hervorragend als humorvoller Beitrag auf einer Weihnachtsfeier im Verein oder im Kollegenkreis, um das Eis zu brechen und eine lockere Stimmung zu schaffen. Auch für eine unterhaltsame Einlage im Radio oder Podcast rund um Weihnachtsthemen ist es bestens geeignet. Grundsätzlich passt es überall dort, wo man den oft hektischen Vorweihnachtsalltag mit einem Augenzwinkern betrachten möchte.
Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Die primäre Zielgruppe sind Erwachsene und Jugendliche ab etwa 14 Jahren. Diese Altersgruppe hat selbst genügend Weihnachtsfeste miterlebt, um die beschriebenen Situationen aus eigener Perspektive nachvollziehen und die subtile Ironie vollends zu schätzen zu wissen. Auch ältere Kinder im Grundschulalter (ab ca. 8-10 Jahren) können dem Gedicht schon folgen und über die klar erkennbaren Pointen wie den Dackel Waldi oder den schimpfenden Vater lachen. Für sie ist es eine amüsante Geschichte, während Erwachsene die tieferen sozialen Kommentare und die Selbstironie erkennen.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Weniger geeignet ist das Gedicht für Menschen, die einen ausschließlich besinnlichen, tiefgründig religiösen oder romantisch verklärten Blick auf Weihnachten suchen. Wer ein traditionelles, ernsthaftes Weihnachtsgedicht erwartet, könnte den humorvollen und leicht chaotischen Ton als unpassend empfinden. Auch für sehr kleine Kinder, die noch an den Zauber des unkomplizierten Weihnachtsfestes glauben, sind die Themen Stress und Frust der Erwachsenen möglicherweise nicht ideal. Zudem sollten Personen, die mit den typisch deutschen oder mitteleuropäischen Weihnachtstraditionen (Tannenbaum, Lametta, Käsekuchen) gar nicht vertraut sind, den kulturellen Kontext erst erklärt bekommen, um alle Nuancen zu verstehen.
Wie lang dauert der Vortrag?
Bei einem gut betonten, gemächlichen Vorlesen mit kleinen Pausen zwischen den Strophen, um die Pointen wirken zu lassen, liegt die Vortragsdauer bei ungefähr 60 bis 75 Sekunden. Ein sehr flotter, weniger pointierter Vortrag könnte knapp unter einer Minute liegen, während ein besonders ausdrucksstarker, theatralischer Vortrag mit Betonung der komischen Elemente auch gut 80 Sekunden oder etwas länger dauern kann. Die ideale Länge liegt bei etwa einer Minute – perfekt für eine kurze, unterhaltsame Einlage, die die Aufmerksamkeit des Publikums nicht überstrapaziert, sondern einen humorvollen Akzent setzt.
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