Danke, lieber, frommer Christ

Kategorie: Christliche Weihnachtsgedichte

Danke, lieber, frommer Christ

Danke, lieber, frommer Christ,
dass du für uns geboren bist.
Du nimmst uns Sorge, wäschst uns rein,
damit wir gute Kinder Gottes sein.

Wir freu'n uns, lieber Jesus Christ,
weil heute dein Geburtstag ist.
Auf der Erde weit und breit,
bricht an die frohe, sel'ge Zeit.

Ich wünsch in dieser Nacht von dir,
ein reines Herz, die Seele treu,
dass ich ein frommer Christ nun sei,
Gottes Sohn, das schenke mir.
Autor: weihnachtsgedichte.biz

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Das Gedicht "Danke, lieber, frommer Christ" ist ein schlichter und inniger Dankgesang an Jesus Christus, der ganz im Zentrum der weihnachtlichen Botschaft steht. Gleich zu Beginn fällt die direkte Ansprache auf: "Danke, lieber, frommer Christ". Diese persönliche Anrede schafft sofort eine vertraute, fast kindliche Nähe zum Gefeierten. Der Dank gilt nicht nur der Geburt, sondern explizit der Erlösungstat: "Du nimmst uns Sorge, wäschst uns rein". Hier werden zwei zentrale christliche Motive verbunden – die Befreiung von der Last der Sünde (Sorge) und die Reinigung durch die Gnade. Das Ziel ist klar benannt: "damit wir gute Kinder Gottes sein". Das Gedicht formuliert damit einen klassischen Heilsweg von der Geburt Jesu über das Opfer bis zur Adoption der Gläubigen als Gottes Kinder.

Die zweite Strophe weitet den Blick von der persönlichen Beziehung auf die weltweite Freude aus. "Auf der Erde weit und breit, bricht an die frohe, sel'ge Zeit" beschreibt die Weihnachtszeit als einen universellen, glückseligen Zustand, der mit der Geburt des Heilands beginnt. In der dritten Strophe kehrt das lyrische Ich wieder zu einer persönlichen Bitte zurück. Es ist kein materieller Wunsch, sondern ein seelischer: "ein reines Herz, die Seele treu". Der Wunsch, "ein frommer Christ" zu sein, wird als Geschenk an Gott zurückgegeben – eine Bitte um die Fähigkeit, das empfangene Heil auch zu leben. Die Struktur des Gedichts folgt somit einem Kreis: vom Dank für die Gabe, zur Freude über ihre weltweite Wirkung, hin zur Bitte, dieser Gabe selbst würdig zu werden.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Das Gedicht erzeugt eine warme, dankbare und friedvolle Stimmung. Durch die wiederholten Kosewörter wie "lieber" und "frommer" sowie die direkte Ansprache entsteht ein Gefühl der innigen Vertrautheit und persönlichen Verbundenheit. Es ist keine distanzierte Betrachtung, sondern ein unmittelbares Gebet oder Lied. Die Wortwahl "freu'n uns", "frohe, sel'ge Zeit" und "schenke mir" vermittelt eine grundlegend positive, hoffnungsvolle und freudige Grundhaltung. Gleichzeitig transportiert es eine Stille und Besinnlichkeit, besonders in der dritten Strophe mit der Bitte um ein reines Herz. Insgesamt ist die Atmosphäre weniger ausgelassen feiernd, sondern eher andächtig, dankbar und von kindlichem Vertrauen geprägt.

Ist das Gedicht zeitgemäß?

Die zeitlose Kernfrage des Gedichts ist durchaus zeitgemäß: Was wünschen wir uns wirklich? In einer von materiellen Wünschen dominierten Weihnachtszeit stellt das Gedicht einen radikalen Gegenentwurf dar. Der Wunsch nach einem "reinen Herzen", nach Treue und innerer Lauterkeit ist heute vielleicht relevanter denn je. Es wirft die Frage auf, ob unser Fest auch Raum für solche spirituellen oder inneren Werte bietet. Zudem thematisiert es indirekt das Bedürfnis nach Entlastung ("nimmst uns Sorge") – ein Gefühl, das in der hektischen Moderne viele Menschen kennen. Die Sehnsucht nach einer "frohen, sel'gen Zeit", die "weit und breit" anbricht, kann auch modern als Hoffnung auf globalen Frieden und gemeinsame Freude verstanden werden. Das Gedicht bleibt also aktuell, wenn man es als Einladung versteht, über die tieferen, nicht-konsumistischen Schichten des Weihnachtsfestes nachzudenken.

Wie ist der Schwierigkeitsgrad zu bewerten?

Sprachlich ist das Gedicht als leicht einzustufen. Der Satzbau ist durchgehend einfach und linear. Das Vokabular stammt aus dem Grundwortschatz und dem kirchlichen Basis-Bereich (fromm, Seele, selig). Einzig das veraltete "sel'ge" (für selige) könnte eine kleine Erklärung benötigen, erschließt sich aber aus dem Kontext. Es gibt keine komplexen Metaphern oder verschachtelten Gedankengänge. Die Botschaft ist direkt und klar verständlich. Diese leichte Zugänglichkeit ist ein typisches Merkmal vieler volkstümlicher Weihnachts- und Kirchenlieder, die für eine breite Gemeinschaft gedacht sind.

Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?

Das Gedicht eignet sich perfekt für besinnliche Anlässe im Rahmen der Weihnachtszeit. Es passt hervorragend in den familiären Adventskreis, etwa beim gemeinsamen Entzünden der Kerzen am Adventskranz. In kirchlichen Zusammenhängen kann es in Kindergottesdiensten, in der Christvesper oder in Seniorenkreisen vorgetragen oder gemeinsam gesprochen werden. Aufgrund seines gebetsähnlichen Charakters eignet es sich auch für die private Andacht oder als Tischgebet am Heiligen Abend. Es ist weniger ein Gedicht für eine große, weltliche Weihnachtsfeier, sondern findet seinen Platz in intimen, reflektierenden Momenten.

Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Primär spricht das Gedicht Kinder im Vor- und Grundschulalter an. Die einfache Sprache, der klare Rhythmus und die kindliche Ansprache ("gute Kinder Gottes") machen es für diese Gruppe leicht fassbar und nachvollziehbar. Es eignet sich zum Auswendiglernen und Vortragen. Darüber hinaus findet es aber auch bei älteren Menschen Anklang, die mit dieser traditionellen, frommen Gedichtform vertraut sind und sie schätzen. Generell ist es für alle Altersgruppen geeignet, die einen schlichten, gläubigen Zugang zum Weihnachtsfest suchen.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

Das Gedicht eignet sich weniger für Menschen, die einen rein weltlichen, kulturellen oder literarisch anspruchsvollen Zugang zu Weihnachten suchen. Seine explizit christliche und theologische Aussage ("wäschst uns rein", "frommer Christ") könnte für Atheisten, Angehörige anderer Religionen oder auch für liberal-christliche Kreise, die einen metaphorischeren Zugang bevorzugen, zu direkt sein. Ebenso ist es für literarische Anlässe, die auf komplexe Poesie Wert legen, aufgrund seiner schlichten, volksliedhaften Form wahrscheinlich nicht die erste Wahl. Es ist ein Bekenntnisgedicht und lebt von der geteilten Glaubensbasis.

Wie lang dauert der Vortrag?

Bei einem ruhigen, bedächtigen und deutlichen Vortrag mit kleinen Pausen zwischen den Strophen beträgt die Dauer etwa 30 bis 40 Sekunden. Ein sehr langsamer, besonders betonter oder gesanglicher Vortrag könnte auch knapp eine Minute dauern. Die Kürze macht es praktisch für viele Situationen, in denen ein kurzer, inhaltlich dichter Beitrag gewünscht ist.

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