Weihnachtsgedichte

Die Weihnachtszeit sollte warmherzig, liebenswürdig und friedlich sein. Manche Menschen fahren in den Urlaub, andere feiern Weihnachten traditionell bei den Eltern oder Großeltern. Aber egal wie und wo Weihnachten verbracht wird, das Fest der Liebe stellt für viele Familien und deren liebste Mitmenschen eine einzigartige Zeit im Jahr da. Um diese zu verschönern, lässt sich das Beisammensein z. B. mit einem Weihnachtsgedicht bereichern. Es gibt unzählige Verse bekannter und weniger bekannter Dichter, deren Reime niemals Langeweile aufkommen lassen und die die weihnachtliche Stimmung zusätzlich aufhellen können.

Für die Vorweihnachtszeit eignen sich Adventsgedichte besonders gut, um sich auf das nahende Fest einzustimmen. Besinnliche Weihnachtsgedichte erinnern an den wahren Sinn der Weihnacht und unterstreichen den weihnachtlichen Zauber, der überall erstrahlt. Damit niemand zu kurz kommt, und die Poesie möglichst ausgiebig wirken kann, gibt es lange Weihnachtsgedichte. Der ein oder andere erinnert sich auch gerne an alte Gedichte und freut sich Jahr für Jahr über weihnachtliche Klassiker. Lustige Weihnachtsgedichte können eine willkommene Abwechslung sein und für Heiterkeit und Spaß in der ganzen Familie sorgen. Mit einem schönen Weihnachtsgedicht lässt sich letztlich die Bescherung einleiten.
All jene zuvor erwähnten Kategorien sind auf unserer Webseite zu finden. Darin befinden sich zahlreiche Werke, mit denen Ihr Euer Weihnachtsfest so einzigartig wie möglich machen könnt.

Abschließend bleibt uns nur noch eines zu sagen: Euch allen viel Spaß beim Durchstöbern unserer Gedichte-Sammlung und frohe Weihnachten!

Inhaltsverzeichnis

Unser Inhaltsverzeichnis hilft, um möglichst zielsicher durch unsere Seite zu navigieren.

  1. Neue Weihnachtsgedichte
  2. Bekannte Weihnachtsgedichte
  3. Weihnachtsgedichte als Bild
  4. Adventsgedichte
  5. Besinnliche Weihnachtsgedichte
  6. Christliche Weihnachtsgedichte
  7. Klassische Weihnachtsgedichte
  8. Kurze Weihnachtsgedichte
  9. Lange Weihnachtsgedichte
  10. Lustige Weihnachtsgedichte
  11. Schöne Weihnachtsgedichte
  12. Weihnachtsgedichte für Kinder
  13. Weihnachtsgedichte zum Nachdenken
  14. Video mit Weihnachtsgedichten
  15. Weihnachtsgedicht eintragen

1. Neue Weihnachtsgedichte

Zur Weihnachtszeit werden auf unserer Webseite Jahr für Jahr zahlreiche neue Weihnachtsgedichte eingetragen. Die letzten drei von insgesamt 325 Einträgen findest Du immer an dieser Stelle.
Hinweis: Auch Deine Werke könnten hier stehen. Wie das geht, erfährst Du hier.

Ein Tännlein aus dem Walde
Ein Tännlein aus dem Walde,
und sei es noch so klein,
mit seinen grünen Zweigen
soll unsre Freude sein!

Es stand in Schnee und Eise
in klarer Wintersluft;
nun bringt’s in unsre Stuben
den frischen Waldesduft.

Wir wollen schön es schmücken
mit Stern und Flittergold,
mit Äpfeln und mit Nüssen
und Lichtlein wunderhold.

Und sinkt die Weihnacht nieder,
dann gibt es lichten Schein,
das leuchtet Alt und Jungen
ins Herz hinein.

Autor: Albert SergelKategorie: Besinnliche Weihnachtsgedichte

In Weihnachtszeiten
In Weihnachtszeiten reis’ ich gern
und bin dem Kinderjubel fern
und geh’ in Wald und Schnee allein.
Und manchmal, doch nicht jedes Jahr,
trifft meine gute Stunde ein,
dass ich von allem, was da war,
auf einen Augenblick gesunde
und irgendwo im Wald für eine Stunde
der Kindheit Duft erfühle tief im Sinn
und wieder Knabe bin.

Autor: Hermann HesseKategorie: Kurze Weihnachtsgedichte

Advent
Die Tage sind so dunkel,
die Nächte lang und kalt.
Doch übet Sterngefunkel
noch über uns Gewalt.

Wir wollen nach Dir blicken,
Du Licht das ewig brennt
und ernstlich uns beschlichen
zum seligen Advent.

Autor: Max von SchenkendorfKategorie: Adventsgedichte

2. Bekannte Weihnachtsgedichte

Gedichte haben eine lange Tradition und gehören für viele Menschen zur Weihnachtszeit einfach dazu. Dessen sind wir uns bewusst. Und genau deshalb ist diese Webseite auch entstanden. Mittlerweile beinhaltet unsere Datenbank 325 Werke. Darauf sind wir besonders stolz!
Egal ob besinnlich oder lustig, ob kurz oder lang - wir haben für fast jeden Wunsch einen schönen Vers parat. Die schönsten Weihnachtsgedichte möchten wir Euch nun vorstellen:

3. Weihnachtsgedichte als Bild

Hinweis: Du kannst die Pfeile nutzen, um vorwärts oder rückwärts zu blättern.

4. Adventsgedichte

Erinnerst Du dich auch noch daran, was deine Großmutter oder dein Großvater zur Weihnachtszeit immer gesagt hat? Meist sind es nur ein paar Worte, ein Spruch oder ein Gedicht. Aber die Zeilen bleiben für immer unvergessen.
Und jedes Jahr, wenn die Kerzen am Adventskranz nacheinander entzündet werden und in der dunklen Winternacht leuchten, erinnerst Du dich wieder daran. Wunderschöne Erinnerungen werden wach.

Es bedarf wirklich nicht immer der großen Geschenke. Schon die Kleinsten können sich ein paar reimende Zeilen merken. Und ein passendes Adventsgedicht prägt sich für immer ein.

Advent
Es treibt der Wind im Winterwalde
die Flockenherde wie ein Hirt,
und manche Tanne ahnt, wie balde
sie fromm und lichterheilig wird,
und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
streckt sie die Zweige hin – bereit
und wehrt dem Wind und wächst entgegen
der einen Nacht der Herrlichkeit.

Autor: Rainer Maria Rilke

Advent
Wieder sieht man in den frühen
Abenden die Lichter blühen
Straßenhin ... Und wieder funkeln
Bunte Wunder in das Dunkel.

Wieder träumt viel Kinderhoffen
Vor den Fenstern ... Leise Stimmen
Flüstern; in der Dämm’rung glimmen
Augen groß ... und sehn den Himmel offen.

Sel’gen Kinderglücks. Voll Warten sind die Tage
Und die Abende vorm Schlafengehn –
Wohl im Schlaf und Traum der Nächt sehn
Sie erfüllt schon ihres Sehnens Frage;

Schon erfüllt im Traum des Traums Verlangen,
Sehen: wie das Wunder schon geschah –
Christkind kommt weiß durch die Nacht gegangen
Und - ist da ...

Autor: Karl Röttger

Verse zum Advent
Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.

Autor: Theodor Fontane
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5. Besinnliche Weihnachtsgedichte

Die Weihnachtszeit ist eine friedliche, herzliche und besinnliche Zeit. Eine Zeit, in der man zur Ruhe kommt. Eine Zeit, die man gerne mit seinen Liebsten, seiner Familie und seinen Freunden in einer gemütlichen Atmosphäre verbringt. Neben einem prächtig geschmückten Tannenbaum, klassischen Weihnachtsliedern und einem gut gefüllten Teller voller leckerer Lebkuchen gehören auch Gedichte zum Weihnachtsfest dazu. Mit besonnenen Worten und wohlig klingenden Reimen wird das weihnachtliche Beisammensein erst richtig besinnlich. Eine vielfältige Auswahl von besinnlichen Weihnachtsgedichten findet Ihr hier.

Heilige Nacht
So ward der Herr Jesus geboren
Im Stall bei der kalten Nacht.
Die Armen, die haben gefroren,
Den Reichen war’s warm gemacht.

Sein Vater ist Schreiner gewesen,
Die Mutter war eine Magd.
Sie haben kein Geld nicht besessen,
Sie haben sich wohl geplagt.

Kein Wirt hat ins Haus sie genommen;
Sie waren von Herzen froh,
Dass sie noch in Stall sind gekommen.
Sie legten das Kind auf Stroh.

Die Engel, die haben gesungen,
Dass wohl ein Wunder geschehn.
Da kamen die Hirten gesprungen
Und haben es angesehn.

Die Hirten, die will es erbarmen,
Wie elend das Kindlein sei.
Es ist eine G’schicht’ für die Armen,
Kein Reicher war nicht dabei.

Autor: Ludwig Thoma

Weihnachten
Die eisige Straße mit Schienengeleisen,
Die Häusermasse in steinernen Reih’n,
Der Schnee in Haufen, geisterweißen,
Und der Tag, der blasse, mit kurzem Schein.

Der Kirchtüre Flügel sich stumm bewegen,
Die Menschen wie Schatten zur Türspalte gehn;
Bekreuzen die Brust, kaum dass sie sich regen,
Als grüßen sie jemand, den sie nur sehn.

Ein Kindlein aus Wachs, auf Moos und Watten,
Umgeben von Mutter und Hirten und Stall,
Umgeben vom Kommen und Gehen der Schatten,
Liegt da wie im Mittelpunkte des All.

Und Puppen als Könige, aus goldnen Papieren,
Und Mohren bei Palmen, aus Federn gedreht,
Sie kamen auf kleinen und hölzernen Tieren,
Knien tausend und tausend Jahr im Gebet.

Sie neigen sich vor den brennenden Kerzen;
Als ob im Arm jedem ein Kindlein schlief,
Siehst du sie atmen mit behutsamen Herzen
Und lauschen, ob das Kind sie beim Namen rief.

Autor: Max Dauthendey

Blüh' und leuchte, goldner Baum
Blüh denn, leuchte, goldner Baum,
Erdentraum und Himmelstraum;
blüh und leuchte in Ewigkeit
durch die arme Zeitlichkeit!

Sei uns Bild und sei uns Schein,
dass wir sollen fröhlich sein,
fröhlich durch den süßen Christ,
der des Lebens Leuchte ist.

Sei uns Bild und sei uns Schein,
dass wir sollen tapfer sein
auf des Lebens Pilgerbahn,
kämpfend gegen Lug und Wahn.

Sei uns Bild und sei uns Schein,
dass wir sollen heilig sein,
rein wie Licht und himmelsklar,
wie das Kindlein Jesus war!

Autor: Ernst Moritz Arndt
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6. Christliche Weihnachtsgedichte

Das Weihnachtsfest ist für Christen aus aller Welt womöglich die bedeutendste Zeit des Jahres. Fest in unserer Kultur verankert, verzaubert der Heiligabend jedes Jahr aufs Neue die Herzen von Millionen von Menschen. Doch Weihnachten ist viel mehr als ein Fest des besinnlichen Beisammenseins und der Familie.
Bereits in den Adventssonntagen manifestiert sich der christliche Doppelcharakter des hoffnungsvollen Wartens: auf der einen Seite das Warten auf die Ankunft von Jesus Christus, auf der anderen Seite auf seine ersehnte Wiederkunft am Ende aller Zeit.

Die Weihnachtsfeiertage bieten nicht nur Raum für Besinnlichkeit und Familienglück, sondern auch für Hoffnung, Erneuerung und Spiritualität. Gedichte spielen dabei eine zentrale Rolle. Christliche Weihnachtsgedichte erzählen von den Grundmotiven des Weihnachtsmythos: von Frieden, Liebe und froher Botschaft.

Die heiligen drei Könige
Aus fernen Landen kommen wir gezogen;
Nach Weisheit strebten wir seit langen Jahren,
Doch wandern wir in unsern Silberhaaren.
Ein schöner Stern ist vor uns hergeflogen.

Nun steht er winkend still am Himmelsbogen:
Den Fürsten Juda’s muss dies Haus bewahren.
Was hast du, kleines Bethlehem, erfahren?
Dir ist der Herr vor allen hochgewogen.

Holdselig Kind, lass auf den Knie’n dich grüßen!
Womit die Sonne unsre Heimat segnet,
Das bringen wir, obschon geringe Gaben.

Gold, Weihrauch, Myrrhen, liegen dir zu Füßen;
Die Weisheit ist uns sichtbarlich begegnet,
Willst du uns nur mit Einem Blicke laben.

Autor: August Wilhelm Schlegel

Die heilige Nacht
Gesegnet sei die heilige Nacht,
die uns das Licht der Welt gebracht!

Wohl unterm lieben Himmelszelt
die Hirten lagen auf dem Feld.

Ein Engel Gottes, licht und klar,
mit seinem Gruß tritt auf sie dar.

Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
da spricht der Engel: „Fürcht’t euch nicht!“

„Ich verkünd euch große Freud:
Der Heiland ist geboren heut.“

Da gehn die Hirten hin in Eil,
zu schaun mit Augen das ewig Heil;

zu singen dem süßen Gast Willkomm,
zu bringen ihm ein Lämmlein fromm.

Bald kommen auch gezogen fern
die heilgen drei König‘ mit ihrem Stern.

Sie knieen vor dem Kindlein hold,
schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.

Vom Himmel hoch der Engel Heer
frohlocket: „Gott in der Höh sei Ehr!“

Autor: Eduard Mörike

Ein Licht, das leuchten will
Ein Licht, das leuchten will, muss sich verzehren;
Trost, Licht und Wärme spendend, stirbt es still.
Ein Licht, das leuchten will, kann nichts begehren,
als dort zu stehen, wo’s der Meister will.

Ein Licht, das leuchten will, dem muss genügen,
dass man das Licht nicht achtet, nur den Schein.
Ein Licht, das leuchten will, muss sich drein fügen,
für andre Kraft und für sich nichts zu sein.

Ein Licht, das leuchten will, darf auch nicht fragen,
ob’s vielen leuchtet oder einem nur.
Ein Licht, das leuchten will, muss Strahlen tragen,
wo man es braucht, da lässt es seine Spur.

Ein Licht, das leuchten will in Meisters Händen,
es ist ja nichts, als nur ein Widerschein;
des ew’gen Lichtes Glanz darf es uns spenden,
ein Licht, das leuchten will für Gott allein.

Autor: Hedwig von Redern
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7. Klassische Weihnachtsgedichte

"Von drauß’ vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!" Zeilen wie diese aus Theodor Storms Klassiker Knecht Ruprecht sind fester Bestandteil alljährlicher Weihnachtsfeiern. Viele kennen traditionelle Weihnachtsgedichte noch aus ihrer eigenen Kindheit und verbinden schöne Erinnerungen damit.
Um Euer familiäres Weihnachtsfest stimmungsvoll gestalten zu können, haben wir für Euch alte Weihnachtsgedichte Klassiker zusammengetragen. Mit Texten von Johann Wolfgang von Goethe, Joachim Ringelnatz, Wilhelm Busch oder Rainer Maria Rilke könnt Ihr nicht nur in Erinnerungen schwelgen, sondern auch Euer diesjähriges Fest in eine feierliche Stimmung bringen.

Zum 24. Dezember
Noch einmal ein Weihnachtsfest,
Immer kleiner wird der Rest,
Aber nehm ich so die Summe,
Alles Grade, alles Krumme,
Alles Falsche, alles Rechte,
Alles Gute, alles Schlechte –
Rechnet sich aus all dem Braus
Doch ein richtig Leben heraus.
Und dies können ist das Beste
Wohl bei diesem Weihnachtsfeste.

Autor: Theodor Fontane

Weihnachten
Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schneees Einsamkeit
Steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!

Autor: Joseph von Eichendorff

Weihnachtslied
Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern herniederlacht;
Vom Tannenwalde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winterlüfte,
Und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
Das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
Mich lieblich heimatlich verlocken
In märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
Anbetend, staunend muss ich stehn;
Es sinkt auf meine Augenlider
Ein goldner Kindertraum hernieder,
Ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.

Autor: Theodor Storm
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8. Kurze Weihnachtsgedichte

Kurze Weihnachtsgedichte vermitteln in der Vorweihnachtszeit durch Minimalität das, was Weihnachten ausmacht. Es braucht einfach nicht viel, um seine Mitmenschen zu überraschen.
Ob Du nun eine Weihnachtskarte an einen lieben Menschen schreibst oder einen Beitrag auf Facebook, WhatsApp oder Instagram planst - hiermit kannst Du jedem mit wenigen Worten eine kleine Freude bereiten und die frohe Zeit noch besinnlicher gestalten. Ganz besonders eignen sich kurze Verse in Verbindung mit einem passenden Foto oder einer kleinen Zeichnung, mit denen Du ein Lächeln auf die Gesichter der Betrachter und Leser zauberst. Außerdem passt ein kurzes Weihnachtsgedicht auch auf einen schön gestalteten Anhänger für Geschenke.

Christbaum
Hörst auch du die leisen Stimmen
aus den bunten Kerzlein dringen?
die vergessenen Gebete
aus den Tannenzweiglein singen?
Hörst auch du das schüchternfrohe,
helle Kinderlachen klingen?
Schaust auch du den stillen Engel
mit den reinen, weißen Schwingen?
Schaust auch du dich selber wieder
fern und fremd nur wie im Traume?
Grüßt auch dich mit Märchenaugen
deine Kindheit aus dem Baume?

Autor: Ada Christen

Weihnachtsschnee
Das ist der alte Weihnachtsschnee
aus meiner Kinderzeit:
er liegt so weich, als hätt’ es Weh,
gelindes Weh geschneit.

Du wunderweiße weite Welt,
wie füllst du dich mit Ruh:
der langsam auf dich niederfällt,
der Himmel deckt dich zu!

Autor: Richard von Schaukal

Hört ihr’s nicht...
Hört ihr’s nicht, wie die Glocken schallen
Fern im winterstillen Wald?
Seht ihr nicht durch Tannendunkel
Wandeln eine Lichtgestalt?

Wenn die weißen Flocken fallen,
Sternbesät erglänzt der Wald:
Mit der Wintersonnenwende,
Kinder, kommt das Christkind bald.

Autor: Engelbert Albrecht
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9. Lange Weihnachtsgedichte

Wer im Dezember dem Nikolaus oder Weihnachtsmann begegnet sollte ein Gedicht oder Weihnachtslied parat haben, sonst bleibt der verlockende Geschenkesack meist verschlossen. Doch warum immer das gleiche Gedicht aufsagen? Dieses Jahr kannst Du in der gesamten Weihnachtszeit mit wunderschönen, mehrstrophigen Gedichten glänzen. Lange Weihnachtsgedichte erzählen Geschichten für Groß und Klein. Hierbei kann jeder in seine eigene Gedankenwelt eintauchen, sich entspannt zurücklehnen und richtig in Weihnachtsstimmung kommen.

Weihnacht
O Weihnachtszeit, du goldne Pforte!
Durch dich wallt still der Kinder Schar.
Und ihnen folgt voll sel’gen Hoffens
Die Menschheit nach von Jahr zu Jahr;
Wem längst in weiter Ferne liegen
Die Kinderjahre wie im Traum,
Wo noch zur Erde niederstiegen
Die Engel aus des Himmels Raum,
Der denkt zurück mit stillem Lauschen
An jene Zeit voll Poesie.
Und hört der Engel Schwingen rauschen
Wie einst des Kindes Phantasie.

Wer könnte jemals dein vergessen,
Du Weihnachtstraum der Kinderzeit!
Du bleibst ein heiliges Vermächtnis
Dem Herzen, lägst du noch so weit.
Voll Dank gedenken wir aufs Neue
Der Opfer, die uns einst gebracht
Von jener Liebe, jener Treue,
Die unserer Kindheit Glück bewacht,
Das Vaterhaus umgibt uns wieder,
Wir hören teurer Stimmen Klang,
Und süß ertönen alte Lieder
Die, ach, verklungen schon so lang.

Wir sehn im Geiste all die Lieben
Im trauten Kreise um uns her,
Die wir vermisst, die wir beweinet
Bei mancher Weihnacht Wiederkehr,
Drum lasst uns stets, was uns das Leben
Noch ließ, mit treuer Lieb’ umfahn
Und freud’gen Herzens Gaben geben
An die, die bittend sich uns nah’n,
Und der Gedanke an die Toten
Wird dann vom Weihnachtsstrahl erhellt,
Zu einem lichten Friedensboten
Aus jener höhern, bessern Welt.

O Weihnachtszeit, wo Gott vom Himmel,
Als seiner Gnade höchstes Pfand,
Den Sohn voll Lieb’ und Licht und Wahrheit
Uns Menschenkindern her gesandt,
Zünd’ an der Liebe Strahlenkerzen
Der Welt aufs neu’, macht groß und weit
Und dankerfüllt der Menschen Herzen,
Zum Geben jede Hand bereit.
Lass sanft in unsere Seele fallen
Den Strahl des Lichtes wunderbar,
Dass wir getrost durch deine Hallen
Hinübergehn ins neue Jahr.

Autor: Stine Andresen

Weihnachtslied
Brich an du schönes Morgenlicht!
Das ist der alte Morgen nicht,
Der täglich wiederkehret.
Es ist ein Leuchten aus der Fern’,
Es ist ein Schimmer, ist ein Stern,
Von dem ich längst gehöret.

Nun wird ein König aller Welt,
Von Ewigkeit zum Heil bestellt,
Ein zartes Kind geboren.
Der Teufel hat sein altes Recht
Am ganzen menschlichen Geschlecht
Verspielt schon und verloren.

Der Himmel ist jetzt nimmer weit,
Es naht die sel’ge Gotteszeit,
Der Freiheit und der Liebe.
Wohlauf! du frohe Christenheit!
Dass jeder sich nach langem Streit
In Friedenswerken übe.

Ein ewig festes Liebesband
Hält jedes Haus und jedes Land
Und alle Welt umfangen.
Wir alle sind ein heil’ger Stamm,
Der Löwe spielet mit dem Lamm,
Das Kind am Nest der Schlangen.

Wer ist noch, welcher sorgt und sinnt?
Hier in der Krippe liegt ein Kind
Mit lächelnder Gebärde!
Wir grüßen dich, du Sternenheld!
Willkommen, Heiland aller Welt!
Willkommen auf der Erde!

Autor: Max von Schenkendorf

Weihnachten
Die Tage kommen, die Tage gehn,
Der schönste Tag hat kein Bestehn,
Ob Lenz und Sommer schmückt die Welt,
Rasch kommt der Herbst ins Stoppelfeld,
Es saust, es schneit, es friert; doch dann -
Das Christkind zündet die Lichter an!

O Kindeslust, o Kindertraum,
O liebesheller Weihnachtsbaum!
In dunkle Nächte glänzt dein Licht
So froh voraus, du wandelst nicht;
Es sorgt der Mutter Herz, und dann -
Das Christkind zündet die Lichter an!

Großmama spricht: Nur still, nur still!
Denn wenn ein Kind nicht warten will,
Vorwitzig schaut voll Ungeduld,
Was dann geschieht, ’s ist seine Schuld!
Sitz still ein Weilchen nur, und dann -
Das Christkind zündet die Lichter an!

Ihr Hänschen sitzt ihr stumm im Schoß,
Macht nur die Augen hell und groß,
Hat für sein fragend Kätzchen dort
Kein Auge jetzt, kein Schmeichelwort;
Großmutter blickt so lieb, und dann -
Das Christkind zündet die Lichter an. – –

Die Jahre kommen, die Jahre gehn,
Der schönste Tag hat kein Bestehn,
’s ist einmal von Gott so bestellt;
Man scheidet täglich von der Welt!
Der dunkle Abend kommt, und dann –
Das Christkind zündet die Lichter an!

Autor: Hermann Kletke
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10. Lustige Weihnachtsgedichte

Alle Jahre wieder weihnachtet es schon wieder. Weihnachten gilt als ein besinnliches Fest, doch läuft es manchmal Gefahr, viel zu ernst zu sein. Das alljährliche Weihnachtsessen und das Auspacken der Geschenke sollten nicht zur Routine werden. Für ein schönes Beisammensein und ein unvergleichliches Weihnachtsfest kann bspw. mit einem Gedicht nachgeholfen werden. Mit einem lustigen Weihnachtsgedicht ist es einfach, eine gesellige Runde aufzuheitern. Während die Familie eine schöne Zeit miteinander verbringt, können witzige Weihnachtsgedichte die Stimmung auflockern.
Erschaffe unvergessliche Momente und mache mit etwas Spaß schnell und einfach ein ganz besonderes Fest daraus. Ein herzliches Lachen steckt an und ist doch einer der schönsten Momente an den besonderen Festtagen.

Einsiedlers Heiliger Abend
Ich hab’ in den Weihnachtstagen –
Ich weiß auch, warum –
Mir selbst einen Christbaum geschlagen,
Der ist ganz verkrüppelt und krumm.

Ich bohrte ein Loch in die Diele
Und steckte ihn da hinein
Und stellte rings um ihn viele
Flaschen Burgunderwein.

Und zierte, um Baumschmuck und Lichter
Zu sparen, ihn abend noch spät
Mit Löffeln, Gabeln und Trichter
Und anderem blanken Gerät.

Ich kochte zur heiligen Stunde
Mir Erbsensuppe mit Speck
Und gab meinem fröhlichen Hunde
Gulasch und litt seinen Dreck.

Und sang aus burgundernder Kehle
Das Pfannenflickerlied.
Und pries mit bewundernder Seele
Alles das, was ich mied.

Es glimmte petroleumbetrunken
Später der Lampendocht.
Ich saß in Gedanken versunken.
Da hat’s an der Tür gepocht,

Und pochte wieder und wieder.
Es konnte das Christkind sein.
Und klang’s nicht wie Weihnachtslieder?
Ich aber rief nicht: „Herein!”

Ich zog mich aus und ging leise
Zu Bett, ohne Angst, ohne Spott,
Und dankte auf krumme Weise
Lallend dem lieben Gott.

Autor: Joachim Ringelnatz

Knecht Ruprecht in Nöten
Knecht Ruprecht kratzt sich seinen Bart
Und rückt zurecht die Brille:
Ihr Engelskinder, lärmt nicht so,
seid mal ein bisschen stille!
Kommt, rückt hübsch artig zu mir ran,
seht euch mal das Bestellbuch an!

Was steht hier auf dem ersten Blatt?
was auf dem zweiten, dritten?
was steht am Ende von dem Buch?
was steht hier in der Mitten?
Ach Weihnachtsmann, wir bitten sehr,
schick uns doch mal das Luftschiff her!

Hans möchte nach Amerika,
und Fritz zu Tante Lotte,
Kurt durch die Luft zu Großpapa,
Marie zum lieben Gotte;
Georg will bloß nach Neuruppin
Mit Zeppelin, mit Zeppelin.

Ach Zeppelin, du Zaubermann,
's ist aus der Haut zu fahren,
das ganz liebe kleine Pack
will bloß noch Luftschiff fahren;
dein Fahrzeug ist ja viel zu klein,
da gehn nicht alle Kinder 'rein.

Ihr Engelskinder, helft mir doch
in meinen Weihnachtsnöten,
baut mir ein Luftschiff riesengroß
mit hunderttausend Böten,
lasst lustig die Propeller gehn,
da sollt ihr mal die Freude sehn!

Hurra, schreit da die Engelschar,
wir helfen alle, alle.
Nach dreien Tagen, blitzeblank,
stehts Luftschiff in der Halle.
Dank schön, sagt Ruprecht, fährt hinab,
holt alle Jungs und Mädels ab
zur Flugfahrt durch die Welten.
Ob sie sich nicht erkälten?

Autor: Paula Dehmel

Mütterchen schilt
Wer hat hier genascht vom Weihnachtsbaum?
Das ist doch zu toll mit den Kindern!
Man wendet einmal den Rücken kaum,
Gleich fangen sie an zu plündern.

Wer ist's gewesen? Fritz oder Gret'?
Wer hat hier was abgegriffen
Und hier vom Pfefferkuchen - da fehlt!
Ein groß' Stück abgebissen?

Ihr schweigt? Sagt keiner, wer's getan?
Ich will's schon noch entdecken.
Zur Strafe kriegt ihr vom Marzipan
Kein einzig Stück zu schmecken.

Doch dass der Dieb mir erst wird kund,
Will ich den Fall untersuchen -
Komm, Fritz, mal her! Mach auf den Mund,
Beiß hier in den Pfefferkuchen!

Siehst du! Der Mund passt Zahn für Zahn
Ins abgebiss'ne Eckchen -
Nun kriegst du nichts vom Marzipan,
Doch etwas mit dem Stöckchen!

Autor: Richard Zoozmann
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11. Schöne Weihnachtsgedichte

In der Familie besteht der Zauber von Weihnachten vor allem im gemeinsamen Feiern. Eine Anleitung für ein gelungenes Weihnachtsfest gibt es nicht. Oft genügt es aber schon, die Kerzen am Weihnachtsbaum zu entzünden, etwas Ruhe zu finden und schöne Weihnachtsgedichte vorzutragen oder vorzulesen.

Es ist eine liebe Tradition zu Weihnachten, an unsere Mitmenschen zu denken. Wer eine Weihnachtskarte mit einem schönen Gedicht an seine Liebsten verschickt, bereitet Freude. Genau diese Freude - über die Geburt Jesu - steht zu Weihnachten im Vordergrund. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Weihnachtsgedicht kurz oder lang ist. Es sollte vielmehr von Herzen kommen, uns zum Schmunzeln animieren oder liebe Erinnerungen an die Kindheit wecken.

Vorfreude auf Weihnachten
Ein Kind – von einem Schiefertafel-Schwämmchen
Umhüpft – rennt froh durch mein Gemüt.

Bald ist es Weihnacht! – Wenn der Christbaum blüht,
Dann blüht er Flämmchen.
Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt
Uns mild. – Es werden Lieder, Düfte fächeln. -

Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch Fünkchen glimmt,
Wird dann doch gütig lächeln.

Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes
Alle unfeindlich sind – einmal im Jahr! –
Uns alle Kinder fühlen eines Baumes.

Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.

Autor: Joachim Ringelnatz

Weihnacht
Wenn in den ersten blauen Abendtraum
Mit süßem Klang die Feierglocken läuten,
Entzünden wir an unserm Weihnachtsbaum
Die hundert Lichter, die das Glück bedeuten.

Doch einer Kerze andachtsvolles Licht
Lass uns den Göttern weihen und vertrauen,
Dass sie aus ihrer seligen Höhe nicht
Mit Neid auf diese milde Stunde schauen.

Dann seh’n wir schweigend in den hellen Glanz
Und wagen nicht, die Hände uns zu reichen.
Dein Aug’ ist feucht. Und ich beginne ganz,
Ganz leise dir das liebe Haar zu streichen.

Autor: Ernst Goll

Christkind im Walde
Christkind kam in den Winterwald,
der Schnee war weiß, der Schnee war kalt.
Doch als das heil’ge Kind erschien,
fing’s an, im Winterwald zu blühn.

Christkindlein trat zum Apfelbaum,
erweckt ihn aus dem Wintertraum.
„Schenk Äpfel süß, schenk Äpfel zart,
schenk Äpfel mir von aller Art!“

Der Apfelbaum, er rüttelt sich,
der Apfelbaum, er schüttelt sich.
Da regnet’s Äpfel ringsumher;
Christkindlein’s Taschen wurden schwer.

Die süßen Früchte alle nahm’s,
und so zu den Menschen kam’s.
Nun, holde Mäulchen, kommt, verzehrt,
was euch Christkindlein hat beschert!

Autor: Ernst von Wildenbruch
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12. Weihnachtsgedichte für Kinder

Was wäre die besinnlichste Zeit des Jahres ohne die Familie? Kinder spüren die magische Aura des Weihnachtsfestes und lassen sich von ihr verzaubern. Voller Sehnsucht und Euphorie stürzen sich die Kleinen in das Abenteuer am Heiligabend und nehmen so manchen Erwachsenen auf ihrer Reise mit.
Furchtlos und neugierig werden sie von langsam fallenden Schneeflocken, dem bunt-leuchtenden und nach Wald duftenden Tannenbaum und den warmen süßen Weihnachtsplätzchen in den Bann gezogen. Erst durch die Kinder wird die Magie des Weihnachtsfestes für alle spürbar.

Kinderweihnachtsgedichte spielen für uns an Weihnachten eine zentrale Rolle. Insbesondere Kinder lernen seit jeher Gedichte auswendig, um sie an Heiligabend dem Weihnachtsmann oder der Familie vorzutragen, bevor es die Geschenke gibt. Gedichte sind ein wichtiger Teil unseres Brauchtums.

Im Folgenden finden Sie einige Werke, die sich sowohl für den Kindergarten als auch für die Grundschule eignen.

Vom Christkind
Denkt euch, ich habe das Christkind gesehn!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh;
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.
Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack.
Meint ihr, er wäre offen, der Sack?
Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!

Autor: Anna Ritter

Leise rieselt der Schnee
Leise rieselt der Schnee,
Still und starr liegt der See,
Weihnachtlich glänzet der Wald:
Freue Dich, Christkind kommt bald.

In den Herzen ist’s warm,
Still schweigt Kummer und Harm,
Sorge des Lebens verhallt:
Freue Dich, Christkind kommt bald.

Bald ist heilige Nacht;
Chor der Engel erwacht;
Horch’ nur, wie lieblich es schallt:
Freue Dich, Christkind kommt bald.

Autor: Eduard Ebel

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt
Advent, Advent,
ein Lichtlein brennt.
Erst ein, dann zwei,
dann drei, dann vier,
dann steht das Christkind vor der Tür.

Autor: unbekannt
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13. Weihnachtsgedichte zum Nachdenken

Weihnachten ist nicht nur ein Fest des besinnlichen Beisammenseins und der Familie. Jedes Jahr aufs Neue hält die Welt für einen Augenblick inne und versucht das allzu schnelle Tempo des Alltags zu entschleunigen.
Es ist die Zeit für Heilung und Erneuerung. Ein Moment der Hoffnung, der Liebe und des Friedens. Viele Menschen überdenken ihre Prinzipien und formen neue Wünsche. Sie schaffen mehr denn je Platz in ihren Herzen für diejenigen, die eigentlich schon immer dort gewesen sind.

Gedichte gehören zu Weihnachten einfach dazu. Sie sind wie Geschichten, die seit jeher an Lagerfeuern erzählt werden, um Erfahrungen auszutauschen. Weihnachtsgedichte zum Nachdenken können ein künstlerischer Anstoß sein, sich über sein bisheriges Leben bewusst zu werden und sich darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist.

Christabend
Christabend war's. Ich träumte durch die Gassen,
Vom Weihnachtsglanz mein Herz durchglüh'n zu lassen.
Mein Herz war fromm, als ob durch jede Flocke
Das Bluten einer wunden Seele stocke.

"Frieden auf Erden und den Menschen allen
Glückseligkeit und stilles Wohlgefallen!"
Da, wie ich ging, zerstörte meine Träume
Ein Haufen unverkaufter Weihnachtsbäume.

Sie lagen auf dem Pflaster da, vergessen
Und schneebedeckt, als wär' ihr Grün vermessen,
Als schämten sie sich ihrer hellen Farben,
Die doch so gern, um heut zu leuchten, starben.

Gleich einer Gauklerschar, im Wald erfroren,
Die tief im Schnee den Weg ins Dorf verloren,
So lagen sie und sah'n aus ihrem Dunkel
Rings in den Fenstern strahlendes Gefunkel.

Sie lagen da wie unerfülltes Sehnen,
Erträumter Schimmer, ausgelöscht durch Tränen,
Wie Leid, das wirr um die Erlösung betet,
Wie Kinderjauchzen, das der Hunger tötet.

Sie lagen da, verschüchtert und verbittert,
Vom Frost des Elends bis in Mark durchzittert,
Den Glanz verfluchend, gleich Millionen Seelen,
In denen heut' die Friedenslichter fehlen.

Autor: Hugo Salus

Das andere Weihnachtslied
Jetzt geht ein Wandrer wohl im weißen Schnee –
Singt ihr und übersingt die ganze Welt,
Ihr Kinder singt und übersingt das Weh
Der ganzen Welt.

Es bleibt so vieles heut noch unerfüllt,
Es ist wohl Weisheit not,
Dass sie den Becher aller Armut füllt,
Dass sie die Nacktheit der Enttäuschung hüllt –
Weisheit ist not.

Der Suchenden und Sorgenden sind viel
Auch diese süße Nacht.
So singt das süße Lied vom letzten Ziel,
So singt vom Stern, der aus dem Himmel fiel, –
Singt von der Tür, die aufgemacht,
Die aller Heimkehr, Armut, Inbrunst offen steht,
Das weise Lied, ihr Frohen singt:
Dem Wandernden, der einsam geht
Im weißen Schnee; dem Weinen, das verweht
Aus vielen Munden. Über die Welt hin singt,
Bis alle Welt weiß, dass ein Hauch hergeht,
Der hinter Sternen fernher Gott vom Munde dringt.

Autor: Karl Röttger

Weihnachten
Nun ist das Fest der Weihenacht,
das Fest, das alle glücklich macht,
wo sich mit reichen Festgeschenken
Mann, Weib und Greis und Kind bedenken,
wo aller Hader wird vergessen
beim Christbaum und beim Karpfenessen; ­­
und Groß und Klein und Arm und Reich ­­
an diesem Tag ist alles gleich.
So steht’s in vielerlei Varianten
in deutschen Blättern. Alten Tanten
und Wickelkindern rollt die Zähre
ins Taschentuch ob dieser Märe.
Papa liest’s der Familie vor,
und alle lauschen und sind Ohr...
Ich sah, wie so ein Zeitungsblatt
ein armer Kerl gelesen hat.
Er hob es auf aus einer Pfütze,
dass es ihm hinterm Zaune nütze.

Autor: Erich Mühsam
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14. Video mit Weihnachtsgedichten

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