Draußen wird es bitterkalt

Kategorie: Weihnachtsgedichte für Kinder

Draußen wird es bitterkalt

Draußen wird es bitterkalt,
was rührt sich am Fenster, welche Gestalt?
Ein helles Licht, so warm, so fein,
das Christkind – es will zu uns hinein!
Waren die Kinder brav dies‘ Jahr?
"Ja, selbstverständlich, das ist wahr!"
Geschenke gibt es, für jeden – juhu!
Ausgepackt und gefreut im Nu!
Glücklicher, feiner könnt‘ es kaum sein,
jetzt fängt es auch noch an zu schneien.
So schön, so friedlich, jetzt ist es so weit,
wie jedes Jahr die Weihnachtszeit.
Autor: weihnachtsgedichte.biz

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Das Gedicht "Draußen wird es bitterkalt" erzählt in knappen, klaren Bildern die klassische Weihnachtserzählung aus der Perspektive einer erwartungsvollen Familie. Es beginnt mit einer kontrastreichen Szenerie: Die "bitterkalte" Außenwelt steht im Gegensatz zur warmen, geschützten Innenwelt des Heims. Die unsichere Frage "was rührt sich am Fenster, welche Gestalt?" weckt kindliche Neugier und eine leichte Spannung, die sich sofort in freudige Gewissheit auflöst. Das Christkind erscheint nicht als furchterregende Figur, sondern als ein "helles Licht, so warm, so fein", ein Sinnbild für reinen Trost und Güte.

Der kurze Dialog über das brave Verhalten der Kinder und die darauf folgende, fast überstürzte Geschenkeübergabe ("Ausgepackt und gefreut im Nu!") fängt perfekt die ungeduldige Vorfreude und den überschäumenden Moment der Bescherung ein. Die poetische Krönung erfährt die Szene durch den beginnenden Schneefall, der die Idylle vollendet und die Welt in "friedliche" Stille hüllt. Der letzte Vers "wie jedes Jahr die Weihnachtszeit" verankert das Erlebte in der Tradition und betont die tröstliche Wiederkehr und Verlässlichkeit dieses Festes. Das Gedicht ist somit eine kleine Hymne auf das behagliche Familienfest, das Wunder der Ankunft und die Magie eines schneeweißen Heiligabends.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Das Werk erzeugt eine durch und durch positive, herzerwärmende Stimmung. Es ist geprägt von behaglicher Vorfreude, unschuldiger Spannung und reinem, ungetrübtem Glück. Die Bilder von Kälte draußen und Wärme innen, vom hellen Licht des Christkinds und dem sanften Schneefall vermitteln ein starkes Gefühl von Geborgenheit, Sicherheit und Frieden. Die Stimmung ist verspielt und heiter, fast schon überschwänglich ("juhu!"), und mündet in einen zufriedenen, ruhigen Abschluss, der Nostalgie und das Gefühl von Tradition weckt. Es ist die literarische Entsprechung eines gemütlichen Abends bei Kerzenschein mit der Familie.

Ist das Gedicht zeitgemäß?

Absolut. Auch in unserer modernen, oft hektischen Zeit sehnen sich Menschen nach den einfachen, zeitlosen Werten, die dieses Gedicht beschwört: Geborgenheit in der Familie, Staunen über kleine Wunder und die bewusste Pflege von Ritualen. Die Frage "Waren die Kinder brav dies' Jahr?" wirft heute vielleicht weniger die Frage nach tatsächlichem Gehorsam auf, sondern kann modern interpretiert werden als Moment der gemeinsamen Rückschau auf das Jahr, auf Errungenschaften und schöne gemeinsame Erlebnisse. In einer Welt voller Unsicherheiten bietet das Gedicht den tröstlichen Gedanken der wiederkehrenden, verlässlichen schönen Momente. Es erinnert uns daran, im Dezember einmal innezuhalten und die einfache Magie eines Lichterglanzes oder einer schneebedeckten Landschaft zu schätzen.

Wie ist der Schwierigkeitsgrad zu bewerten?

Das Gedicht ist sprachlich leicht verständlich. Es verwendet einen einfachen, direkten Satzbau und einen klaren, eingängigen Rhythmus mit Paarreimen. Der Wortschatz ist alltagsnah und frei von komplexen Metaphern oder historischen Anspielungen. Einzig das etwas altertümlich wirkende "dies'" für "dieses" und die verkürzte Form "könnt'" stellen minimale Hürden dar, die den Gesamtfluss aber nicht stören. Daher ist der Schwierigkeitsgrad insgesamt als leicht einzustufen. Es eignet sich hervorragend für das erste laute Lesen oder Auswendiglernen.

Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?

Dieses Gedicht ist der ideale Begleiter für verschiedene festliche Anlässe in der Advents- und Weihnachtszeit. Perfekt passt es zur familiären Bescherung am Heiligabend, wo es als feierliche Eröffnung vor dem Auspacken der Geschenke vorgetragen werden kann. Es eignet sich auch wunderbar für kleine Weihnachtsfeiern im Kindergarten oder in der Grundschule, sei es als Teil eines Krippenspiels oder einer besinnlichen Adventsrunde. Darüber hinaus kann es in privaten Adventskalendern als tägliches Ritual oder als schöner Einstieg in eine Weihnachtsgeschichte dienen.

Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Die primäre Zielgruppe sind Kinder im Vor- und Grundschulalter (ca. 4 bis 10 Jahre). Die einfache Sprache, die klare Handlung und die Betonung von Geschenken und Vorfreude sprechen diese Altersgruppe direkt an. Aber auch Erwachsene, die Kindern vorlesen oder die selbst ein traditionelles, unkompliziertes Weihnachtsgefühl genießen möchten, finden an dem Gedicht Gefallen. Es wirkt durch seine schlichte Ehrlichkeit und sein nostalgisches Potenzial generationsübergreifend.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

Das Gedicht ist weniger geeignet für Leser oder Zuhörer, die eine literarisch anspruchsvolle, kritische oder neu interpretierte Auseinandersetzung mit dem Weihnachtsfest suchen. Wer nach komplexer Metaphorik, gesellschaftskritischen Untertönen oder einer modernen, nicht-christlichen Perspektive sucht, wird hier nicht fündig. Ebenso könnte die sehr idealisierte und konfliktfreie Darstellung der Weihnachtszeit für Menschen, die in dieser Zeit mit Trauer oder Einsamkeit kämpfen, als zu klischeehaft oder sogar verletzend wirken.

Wie lang dauert der Vortrag?

Bei einem gemächlichen, betonten und gefühlvollen Vorlesen, das die Stimmungswechsel von Spannung zu Freude und schließlich zur friedlichen Ruhe einfängt, dauert der Vortrag des gesamten Gedichts etwa 30 bis 45 Sekunden. Ein flüssiges, etwas schnelleres Lesen kommt auf ungefähr 20 bis 25 Sekunden. Die ideale Länge für einen Vortrag liegt bei etwa einer halben Minute, um den Zauber der Verse voll zur Geltung kommen zu lassen, ohne dass die Aufmerksamkeit der jüngeren Zuhörer nachlässt.

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