Weihnachtsmann, ich will artig sein

Kategorie: Weihnachtsgedichte für Kinder

Weihnachtsmann, ich will artig sein

Weihnachtsmann, ich will artig sein,
bescher' mir was in mein Schüsselein.
Äpfel, Nüsse, eins, zwei, drei,
und ein Püppchen auch dabei.
Autor: unbekannt

Ausführliche Interpretation des Gedichts

Das Gedicht "Weihnachtsmann, ich will artig sein" ist ein klassischer Kinderwunsch, eingefangen in vier kurzen Zeilen. Es beginnt mit einer direkten Ansprache an die mythologische Figur des Weihnachtsmannes, was sofort eine vertraute und persönliche Ebene schafft. Das Versprechen "ich will artig sein" ist weniger eine Feststellung als ein verhandelndes Angebot, ein kleiner Pakt zwischen Kind und Gabenbringer. Die Bitte "bescher' mir was in mein Schüsselein" zeigt die kindliche Erwartungshaltung und verweist auf den Brauch, am Nikolaustag oder Heiligabend einen Stiefel oder Schuh bereitzustellen. Die konkreten Wünsche "Äpfel, Nüsse, eins, zwei, drei" sind bemerkenswert bescheiden und traditionell; sie spiegeln eine Zeit wider, in denen solche natürlichen Leckereien kostbare Gaben darstellten. Der abschließende Wunsch nach "ein Püppchen auch dabei" offenbart dann doch das Verlangen nach einem Spielzeug, einem persönlichen Geschenk, das über die Grundversorgung hinausgeht. In seiner Einfachheit verdichtet das Gedicht die ganze Magie der kindlichen Weihnachtserwartung: den Glauben an eine übernatürliche Belohnung für gutes Benehmen, die Vorfreude auf das Überraschungsmoment und die Mischung aus altruistischem Versprechen und eigennützigem Wunsch.

Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?

Die Stimmung des Gedichts ist durchweg hell, freudig erwartungsvoll und von einer unschuldigen Zuversicht geprägt. Es weckt ein Gefühl der Nostalgie und behaglichen Vorfreude. Der direkte, mündlich wirkende Ton ("ich will artig sein") erzeugt Unmittelbarkeit, als höre man dem Kind selbst zu. Die Aufzählung "eins, zwei, drei" verleiht dem Text einen spielerischen, fast singenden Rhythmus, der an einen Abzählreim erinnert und Leichtigkeit transportiert. Es liegt keine Angst oder Zweifel in den Worten, nur das vertrauensvolle Gefühl, dass der Weihnachtsmann das Versprechen hören und die Wünsche erfüllen wird. Insgesamt strahlt das Gedicht eine warme, vorweihnachtliche Stimmung aus, die an die unbeschwerte Wunschzeit der Kindheit erinnert.

Ist das Gedicht zeitgemäß?

Absolut, auch wenn es aus einer scheinbar einfacheren Zeit stammt. Die zentrale Frage des Gedichts – die Verknüpfung von "Artigkeit" mit Belohnung – ist heute so relevant wie eh und je. Man kann moderne Parallelen ziehen zu Erziehungsmethoden, der Diskussion um materiellen Konsum zu Weihnachten oder der psychologischen Idee der positiven Verstärkung. In einer Zeit komplexer Wunschzettel mit elektronischen Geräten wirken die bescheidenen Wünsche nach Äpfeln, Nüssen und einer Puppe fast erfrischend und regen zum Nachdenken über wesentliche Werte und Bescheidenheit an. Das Gedicht wirft implizit Fragen auf, die heute noch diskutiert werden: Was ist "artig sein" eigentlich? Ist Güte eine Tauschware für Geschenke? Das Gedicht bleibt zeitgemäß, weil es den universellen, kindlichen Kern der Weihnachtserwartung einfängt, der sich jenseits von kommerziellen Trends behauptet.

Wie ist der Schwierigkeitsgrad zu bewerten?

Sprachlich ist das Gedicht eindeutig als leicht einzustufen. Es verwendet einen einfachen, klaren Satzbau und einen grundlegenden, alltäglichen Wortschatz. Selbst das veraltete Wort "Schüsselein" (für Schühchen oder Stiefelchen) ist aus dem Kontext leicht erschließbar. Der Satzrhythmus ist eingängig, die Reime sind klar und vorhersehbar (sein/Schüsselein, drei/dabei). Es gibt keine metaphorischen Verwirrungen oder komplexen sprachlichen Bilder. Diese bewusste Einfachheit macht den Text sofort zugänglich, besonders für junge Leser oder Zuhörer, und ist ein Schlüssel zu seiner anhaltenden Beliebtheit.

Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?

Das Gedicht eignet sich perfekt für verschiedene vorweihnachtliche und weihnachtliche Anlässe. Es ist ein idealer Vortrag für kleine Kinder im Kindergarten oder in der Grundschule bei einer Nikolaus- oder Weihnachtsfeier. In der Familie kann es beim gemeinsamen Backen, beim Schmücken des Baumes oder am Nikolaustag, wenn der Stiefel bereitgestellt wird, rezitiert werden. Aufgrund seiner Kürze und Prägnanz eignet es sich auch wunderbar als Einstieg oder Füllsel in einem Weihnachtsprogramm, für ein adventliches Türschild oder als liebevolle handschriftliche Notiz in einer Geschenkkarte. Es passt zu jeder Situation, in der die freudige, kindliche Erwartungshaltung im Vordergrund stehen soll.

Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?

Primär spricht das Gedicht Kinder im Kleinkind- und Vorschulalter (etwa 2 bis 6 Jahre) an. In diesem Alter identifizieren sich Kinder stark mit der Botschaft, verstehen den einfachen Pakt zwischen Artigkeit und Bescherung und lieben den rhythmischen Klang. Es ist jedoch ein Gedicht für alle Generationen. Ältere Kinder im Grundschulalter können es bereits selbst lesen und vortragen. Für Erwachsene wirkt es als nostalgisches Erinnerungsstück, das eigene Kindheitsgefühle weckt. Damit ist es ein generationenübergreifender Text, der bei gemeinsamen Familienfeiern alle ansprechen kann.

Für wen eignet sich das Gedicht weniger?

Das Gedicht eignet sich weniger für Menschen, die eine tiefgründige, kritische oder literarisch anspruchsvolle Auseinandersetzung mit dem Weihnachtsfest suchen. Wer nach komplexer Metaphorik, gesellschaftskritischer Reflexion oder moderner Lyrik sucht, wird hier nicht fündig. Ebenso könnte es für ältere Kinder oder Jugendliche, die sich bereits von der "Kinderei" des Weihnachtsmann-Glaubens distanzieren, als zu infantil wirken. In einem sehr formalen oder ausschließlich erwachsenen Rahmen, wie einer firmeninternen Weihnachtsfeier, könnte der naive Tonfall möglicherweise fehl am Platz wirken.

Wie lang dauert der Vortrag?

Ein Vortrag des Gedichts dauert, in einem gemächlichen, betonten und kindgerechten Tempo vorgetragen, etwa 10 bis 15 Sekunden. Die Kürze ist ein großer Vorteil: Das Gedicht kann problemlos mehrmals wiederholt werden, was besonders kleinen Kindern Freude bereitet. Es ist lang genug, um eine kleine Geschichte zu erzählen, aber kurz genug, um die Aufmerksamkeit auch ungeduldiger Zuhörer nicht zu überfordern. Diese Knappheit macht es zu einem perfekten "poetischen Moment" innerhalb einer größeren Feier.

Mehr Weihnachtsgedichte für Kinder