Euch ward ein Heiland geboren
Kategorie: Christliche Weihnachtsgedichte
Euch ward ein Heiland geboren
Euch ward ein Heiland geboren,Autor: weihnachtsgedichte.biz
jubeln die Engel im Chor.
Gottes Sohn, zu Großem erkoren,
hat für jeden Menschen ein offenes Ohr.
Die Heilige Nacht strotzt vor Herrlichkeit
Mit dem Engelschor aus Licht und Schall,
doch genauso herrscht große Bescheidenheit.
denn Jesus, der Herr, liegt in Windeln im Stall.
Umgeben von Hirten, Stroh und Vieh,
ist er arm, doch gesegnet, vergesst das nie.
- Ausführliche Interpretation des Gedichts
- Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
- Ist das Gedicht zeitgemäß?
- Wie ist der Schwierigkeitsgrad zu bewerten?
- Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
- Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
- Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
- Wie lang dauert der Vortrag?
Ausführliche Interpretation des Gedichts
Das Gedicht "Euch ward ein Heiland geboren" entfaltet die klassische Weihnachtsbotschaft in zwei kontrastreichen Strophen. Die erste Strophe beginnt mit einem jubelnden, öffentlichen Proklamation: Die Engel verkünden die Geburt des Heilands als ein universelles Ereignis ("für jeden Menschen"). Die Formulierung "hat für jeden Menschen ein offenes Ohr" ist ein bemerkenswerter Zug, der die göttliche Majestät ("Gottes Sohn, zu Großem erkoren") unmittelbar mit menschlicher Zuwendung und Empathie verbindet. Hier wird nicht ein ferner Richter, sondern ein zuhörender Gott eingeführt.
Die zweite Strophe vertieft diesen Kontrast zwischen Herrlichkeit und Bescheidenheit, der das Herzstück der Weihnachtserzählung bildet. Die "Heilige Nacht strotzt vor Herrlichkeit" durch den überirdischen "Engelschor aus Licht und Schall". Dieser machtvollen Erscheinung wird jedoch sofort die schlichte irdische Realität gegenübergestellt. Die wahre "Herrlichkeit" offenbart sich paradoxerweise in der äußersten Armut: "Jesus, der Herr, liegt in Windeln im Stall." Das Gedicht betont diese Szenerie durch die konkreten Details "Umgeben von Hirten, Stroh und Vieh". Der abschließende Vers "ist er arm, doch gesegnet, vergesst das nie" fungiert als eindringliche Mahnung und Zusammenfassung. Er fordert uns auf, den Kern von Weihnachten nicht im Prunk, sondern in dieser gesegneten Einfachheit und göttlichen Selbstentäußerung zu sehen.
Welche Stimmung erzeugt das Gedicht?
Das Gedicht erzeugt eine vielschichtige, bewegende Stimmung. Zunächst löst der einleitende Engelsjubel freudige Erregung und feierliche Hochstimmung aus. Man fühlt sich in den großen, kosmischen Moment der Verkündigung hineinversetzt. Diese Stimmung wandelt sich jedoch sanft in der zweiten Strophe zu etwas Intimerem, Nachdenklicherem und zutiefst Berührendem. Die Bilder von Stall, Windeln und Stroh evozieren eine stille Andacht, Verwunderung und Demut. Die finale Aufforderung "vergesst das nie" verleiht der gesamten Atmosphäre eine nachhaltige, ernste Tiefe. Insgesamt ist die Stimmung eine gelungene Mischung aus festlicher Freude und besinnlicher Rührung.
Ist das Gedicht zeitgemäß?
Absolut. Die zentralen Gegensätze des Gedichts – himmlischer Glanz versus irdische Armut, Macht versus Ohnmacht – sind zeitlose Themen von großer Aktualität. In einer Welt, die oft nach äußerem Schein, Reichtum und Einfluss strebt, stellt das Gedicht die provokante Frage: Wo liegt wahre Größe und echter Segen? Die Darstellung Jesu, der "für jeden Menschen ein offenes Ohr" hat, spricht direkt in unsere heutige Gesellschaft, in der viele sich ungehört und alleingelassen fühlen. Es wirft die immer relevante Frage auf, ob wir bereit sind, Heil und Bedeutung gerade in den unscheinbaren, verletzlichen und einfachen Dingen des Lebens zu erkennen. Damit ist das Gedicht weit mehr als eine historische Nacherzählung, es ist ein Kommentar zu unseren eigenen Werten.
Wie ist der Schwierigkeitsgrad zu bewerten?
Sprachlich ist das Gedicht als leicht bis mittelschwer einzustufen. Der Satzbau ist klar und überwiegend parataktisch, die Wortwahl ist gut verständlich und enthält kaum veraltete oder extrem komplexe Begriffe. Einzelne Ausdrücke wie "erkoren", "strotzt vor Herrlichkeit" oder "gesegnet" mögen für jüngere Kinder erklärungsbedürftig sein, sind aber im Kontext gut erschließbar. Die Reimstruktur (Paarreime) und der rhythmische Fluss unterstützen das Verständnis zusätzlich. Die eigentliche "Schwierigkeit" oder besser gesagt die Tiefe liegt nicht in der Sprache, sondern im Verständnis der theologischen und symbolischen Kontraste, die das Gedicht anspricht.
Für welchen Anlass eignet sich das Gedicht?
Das Gedicht ist ein perfekter Begleiter für verschiedene weihnachtliche Anlässe. Es eignet sich hervorragend für den familiären Adventskreis oder die Bescherung, um eine besinnliche Note zu setzen. In der kirchlichen oder schulischen Weihnachtsfeier kann es als Vortrag oder als integrativer Bestandteil eines kleinen Krippenspiels fungieren. Aufgrund seiner klaren Botschaft ist es auch ideal für den Religions- oder Ethikunterricht in der Vorweihnachtszeit, um über die Bedeutung des Festes zu diskutieren. Selbst für eine persönliche Adventsmeditation bietet der Text reichlich Stoff zum Nachdenken.
Für welche Altersgruppe eignet sich das Gedicht?
Die primäre Zielgruppe sind Kinder im Grundschulalter (ab ca. 6 Jahren) bis hin zu Erwachsenen. Älteren Kindergartenkindern kann man die Bilder und die Grundgeschichte damit bereits gut vermitteln, wobei die Schlusszeile vielleicht vereinfacht erklärt werden muss. Für Jugendliche und Erwachsene gewinnt das Gedicht durch die bereits beschriebene Deutungstiefe und die aktuellen Bezüge an Relevanz. Es ist also ein Text, der mit dem Hörer "mitwächst" und in verschiedenen Lebensphasen neu entdeckt werden kann.
Für wen eignet sich das Gedicht weniger?
Das Gedicht eignet sich weniger für Menschen, die eine rein weltliche, von christlicher Symbolik befreite Weihnachtsfeier gestalten möchten, da sein Inhalt zentral auf die Geburt Jesu Christi als Heiland und Gottessohn ausgerichtet ist. Ebenso könnte es für sehr kleine Kinder (unter 4 Jahren) aufgrund der abstrakteren Begriffe wie "Heiland", "erkoren" oder "Herrlichkeit" noch schwer fassbar sein. Wer nach einem humorvollen, modernen oder kritischen Weihnachtsgedicht sucht, wird hier ebenfalls nicht fündig, da der Ton durchweg feierlich, erzählend und gläubig ist.
Wie lang dauert der Vortrag?
Bei einem ruhigen, bedächtigen und ausdrucksstarken Vortrag, der die Stimmungswechsel zwischen Jubel und Stille betont, liegt die Dauer bei etwa 30 bis 40 Sekunden. Ein schnellerer, rein aufsagender Vortrag könnte bei etwa 20-25 Sekunden liegen, würde dem Inhalt aber wahrscheinlich nicht gerecht. Um die volle Wirkung zu entfalten, empfehlen wir ein gemäßigtes Tempo, sodass jede Zeile und besonders der kontrastreiche Übergang zwischen den Strophen gut zur Geltung kommen.
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